08.08.2004

Das Leben zwischen den Spielpausen

Nachdem ich in den letzten Artikeln das schwarz-weiß-blaue Territorium verlassen und mich dem europäischen Nationalgekicke gewidmet habe, will ich nun schon seit 3 Wochen endlich wieder etwas über die Arminia schreiben. Aber ich gebe es offen zu - mir ist einfach nichts wirklich interessantes eingefallen. Klar, ich könnte diverse Testspiele analysieren und hier in die Welt hinausposaunen, was für potentielle Superstars die Herren Schuler, Maric, Raducanu, Buckley usw. sind. Aber ich bin schon lange genug Fußballfan um die bedingungslose, totale Bedeutungslosigkeit und Nullwertigkeit dieser Spiele inklusive sämtlicher sogenannter ‚Eindrücke' aus ihnen zu kennen. Diese Spiele sind offensichtlich nur für zwei Gruppen von Menschen erfunden worden: die Programmgestalter von ‚Spartensendern' und Leute die glauben, sie würden sich mit dem Besuch solcher Spiele gegenüber ihrem Tribünennachbarn, der sich so etwas erst gar nicht antut, einen Wissensvorteil erarbeiten. ‚Der R... ist ein richtig abgezockter, der macht die Dinger rein. Und der B.. der hat es voll drauf, eine echte Spielerpersönlichkeit.' - so was möchten diese Menschen ihren mitleidig grinsenden Nachbarn unbedingt kurz vor Beginn des ersten ‚richtigen' Spiels noch sagen - ‚Vor Klugheit bläht sich zum Platzen der Blöde!' (Richard Wagner, Das Rheingold). Dann fängt das Spiel an. R... sitzt auf der Ersatzbank und B... haut schon nach zwei Minuten den Ball hoch über das Tor - und spätestens zu diesem Zeitpunkt gewinnt das Grinsen des Tribünennachbarn an Häme.

Und ich gestehe es ein: auch ich habe mir so ein Spiel gegen eine Mannschaft mit großem Namen und lauter unmotivierten, lustlos aufspielenden Stars angesehen und mich euphorisieren lassen. Ich war fest überzeugt: wir gewinnen gegen Gladbach wie schon zuvor gegen Eindhoven, und dann setze ich hier so einen richtigen Siegertext rein - die Überschrift hatte ich schon: ‚Das blaue Ballett tanzt wieder.'. So richtig auslassen wollte ich mich über diese ganzen Pseudo-Experten, die behaupten, wir steigen ab. Die Amateure heizten die Hoffnung darauf mit einem 4:1 gegen Uerdingen noch mal so richtig an. Nun ist dieses erste Spiel, auf das ich mich wochenlang gefreut habe, schon Vergangenheit. Tatsächlich, es ist bereits abgepfiffen, vorbei! Und irgendwie kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern. In diesen 90 Minuten passierte nichts, das die Reservierung von Speicherplatz im Gehirn wert gewesen wäre. Erinnern kann ich mich allerdings an das Mitleid, daß ich nach dem Schlusspfiff für unsere Gäste empfand. Borussia Mönchengladbach - das war doch mal ein Name, vor dem man Respekt und Achtung gehabt hat. Und nun feiern die sich halb kaputt, weil sie bei UNS ein 0:0 geschafft haben - und glauben damit rumprahlen zu müssen, daß sie wegen extremer Dummheit von einem der ihren nur mit acht anstatt mit neun Mann im eigenen Strafraum den Ball wegdreschen konnten um gegen unseren Spitzensturm das ‚zu Null' zu halten. Ist diese Anspruchslosigkeit eine der ersten Folgen von Hartz IV auf der linken Rheinseite? Der Borussen-Jubel erinnerte mich schon sehr an die grenzenlose Euphorie der deutschen Fußballnation nach dem Unentschieden gegen Holland. Die Holländer waren damals intelligent genug, den Punkt gegen uns nicht zu feiern wie auch wir gestern nicht gejubelt haben - und der weitere Turnierverlauf der EURO lässt dann doch noch etwas Hoffnung.

Aber jetzt ist für uns schon wieder Bundesliga-Pause. Ganze drei Wochen - vom Pokal in Plauen abgesehen. Vielleicht gibt es dann gegen Bochum endlich mal wieder ein Spiel mit Erinnerungswert. Bis dahin haben wir zum Gewinnen ja noch die Amateure...

Ingo-News

23.05.2004

Die Saison im Rückspiegel

Es begann wie es endete: 1:3 Heimschlappe gegen eine zuvor unterschätzte Reviermannschaft - dazwischen lag eine selbst für Arminia-Anhänger außerordentlich verrückte Saison mit der abschließenden Erkenntnis: ‚1. Liga -wir können nun mal nicht anders'.

Hätte jemand von Woche zu Woche nur die Spiele der Arminia verfolgt und dabei die Endresultate auf den anderen acht Plätzen ignoriert, würde er wahrscheinlich von einem durchwachsenen, phasenweise sogar verkorkstem Jahr sprechen. Zehn mal verloren, gleich fünfmal zu Hause, 56 Punkte - acht weniger als Mainz vor zwei Jahren zu Platz 4 reichten - das klingt so ungefähr nach ‚2.Liga-UI-Cup-Platz'. Dazu gab es nahezu fortwährend Missstimmung, (Fast-)Pleiten, Pech und Pannen - aber die 2.Liga ist nun mal die, wo man 34 Spiele absolviert und am Ende immer Bielefeld aufsteigt.

Blicken wir genau ein Jahr zurück: 24. Mai 2003. Arminia verliert 0:1 gegen Hannover. Wieder mal abgestiegen, nachdem wieder mal alle an eine Mannschaft mit Perspektive geglaubt hatten und uns im Nachhinein wieder mal alle Experten erklärten, daß ja ohnehin kein normaldenkender Mensch auf die verrückte Idee hätte kommen können, Arminia schafft den Klassenerhalt. Nahezu alle bundesligatauglichen Spieler verlassen Arminia für ein paar Euro fünfzig, Geld ist keins mehr da, die Lizenz aber ‚so gut wie sicher' - bis genau zu dem Zeitpunkt, zu dem der DFB verkündigt, daß wir sie auch wirklich bekommen. Einfacher wäre es in diesem Punkt sicher gewesen, wenn Arminia kurzfristig in ‚1.FC Kaiserslautern' umbenannt worden wäre.

Die Namen der Neuzugänge kommentieren Ostwestfalens größte Fußballkenner zum Beispiel mit '..habe ich schon mal irgendwo gehört', '...ein guter Mann für die Amateure' oder '..der heißt so, wie mein Motorrad'. Das Präsidium liefert im Umgang mit Trainer Möhlmann dem FC Bayern für sein späteres Verhalten gegenüber Ottmar Hitzfeld eine bühnenreife Vorlage - anstatt einer kurzen, unspektakulären Trennung oder aber einem überzeugenden Treueschwur erfolgt wochen- und monatelanges Abwatscheln. Und das doch nur, weil Benno gesagt hat, was sowieso jeder wusste: mit dieser Mannschaft kann man eigentlich gar nicht aufsteigen - Bennos Fehler war außer Acht zu lassen, dass er damals Trainer bei Arminia Bielefeld war. Nach 4 Spieltagen hätte man es wissen müssen: 6 Punkte zu diesem Zeitpunkt bedeuten normalerweise immer den Aufstieg - jedenfalls war es 1998 und 2001 schon so. Und prompt setzte Arminia zur ersten von zwei spektakulären Siegesserien an. Fünf mal drei Punkte in Folge und Bielefeld war wieder Spitzenreiter - und das bei gleichzeitiger Gehaltskürzung. Der DSC Arminia macht es allen Wirtschaftsbossen der Welt vor! Dann aber ging auf einmal gar nichts mehr. In Berlin treffen die Arminen plötzlich nicht mal mehr aus zwei Metern einen Möbelwagen, von Cottbus werden sie in der 2.Halbzeit ordentlich vermöbelt und in Aachen gab es sowieso nichts zu holen - der Gegner spielte nun mal wie gedopt - und zwar ganz ohne Gänsefüßchen. Erstaunlich die Kreativität der DFB-Justiz - die Begründung, warum die Alemannen die Punkte dann doch behalten dürfen wird auf ewig Jura-Professoren in der ganzen Welt beschäftigen - und eines Tages wird sie sicher auch jemand verstehen.

Nach trostlosen Darbietungen der Arminen gegen Aue und in Nürnberg mit nur einem Punkt taucht plötzlich das Wort ‚Klassenerhalt' und Aufbaugegner Osnabrück auf. Wer Stürmer Marco Küntzel vier Tore schießen lässt muss es wirklich gut mit uns meinen - wir haben diesem Club jahrelang Unrecht getan. Vielleicht sollte man den VfL Osnabrück kurzfristig in ‚1.FC Kaiserslautern' umbenennen, dann würde dieser Verein uns im nächsten Jahr gleich wieder aufbauen. Das Spiel in Duisburg brachte eine weitere revolutionäre Erkenntnis: Arminia kann auch mit mäßiger Anstrengung gewinnen und Spieler die heißen wie Motorräder können sogar Tore schießen.

In der Winterpause eine strenge Unterweisung für alle Arminen und den Rest der Menschheit: Wir dürfen bis zum Ende der Zivilisation oder mindestens zwei Jahre nicht mehr die Buchstabenkombination ‚ALM' verwenden . Nicht für unser Stadion, nicht für unsere Zeitung, auch nicht für Verkehrsschilder oder ein paar kleine Täubchen. Ein bisschen ‚googlen' bringt jedoch die grausame Wahrheit für ein Bielefelder Familienunternehmen ans Licht: Noch geistern alleine im Internet ‚ungefähr 1,510,000' Einträge mit dem illegalen Code ‚ALM' umher - wer soll die denn alle umbenennen? Aber wer kein Geld hat, muss eben jede Arbeit annehmen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dafür, daß unser Fanclub trotz alledem weiter ‚ALMvirus' heißen darf - aber das ist nicht nur in unserem Sinne, denn damit sind es gleich 53 Umbenennungen weniger. Der Rückrunden-Auftakt brachte uns in Oberhausen das klassische Arminia-Gefühl: gut gespielt, Ball und Gegner dominiert, knapp verloren. Zuhause gegen Lübeck dann ein Spiel, dass neben dem Wort ‚ALM' auch das Wort ‚Aufstieg' für die nächste Zeit zu einem verbotenen Wort macht.

Nach dem traditionellen unansehlichen Unentschieden in Ahlen ist mal wieder der Trainer weg, wie schon Anno 2000. Nach vielen Peinigungen durch unsere Vereinsführung bekommt Benno Möhlmann nun endlich in Fürth so eine Art Trainerasyl. Einer wie Benno hätte einen ehrenhafteren Abgang verdient gehabt - aber sein Anteil an allem was dann passierte ist unumstritten.

Nach respektablen vier Punkten gegen Haching und in Karlsruhe unter Interimscoach von Heessen kommt Uwe Rappolder. Zunächst findet diese Maßnahme wenig Begeisterung in der Anhängerschaft. Wie man sich doch täuschen kann. Uwes strahlend graues Deckhaar blendet einen Gegner nach dem anderen. Unglaubliche Dinge passieren: Heimsiege gegen Absteiger, Fatmir Vata schießt in Mainz ein Tor, kurz nachdem er verletzungsbedingt ausgewechselt werden muss, Schiedsrichter geben uns in der letzten Minute auswärts einen Elfmeter. Sechs mal in Folge verlässt Arminia als Sieger den Platz. Arminia schwebt auf einer Wolke Richtung Bundesliga, bis in Aue irgendein ‚Holzmichel' in der Schlussminute mitten hinein in das schwarz-weiss-blaue Glücksgefühl trifft - nur 1:1 - doch noch nicht aufgestiegen.

In den restlichen vier Spielen quält sich Arminia über die Ziellinie: die traditionelle Heimniederlage gegen Nürnberg, ein Zittersieg in Fürth und ein Unentschieden in Osnabrück- vier weitere Punkte reichen zum siebten Aufstieg. Und das schöne daran ist: diesmal gibt es in der Bundesliga keine Erwartung, die enttäuscht werden kann. Sollte dann noch der Start ordentlich missglücken ( wie 1996 mit 3 Punkten aus den ersten 4 Spielen ), darf von einer Art ostwestfälischem Champions-League-Triumph geträumt werden: Klassenerhalt in der 1.Liga. Ansonsten bleiben wir halt im Fahrstuhl - so schlecht ist es da auch nicht. Ich frage mich jedenfalls, wie sehr sich Fans von Vereinen wie dem HSV, Leverkusen oder Wolfsburg langweilen müssen. Wann haben die zum letzten Mal vor einem Rathausbalkon ihre Mannschaft gefeiert? Um das regelmäßig zu tun, kann man sich im deutschen Fußball nur zwei Vereine aussuchen: den FC Bayern und Arminia Bielefeld.

Ingo-News

08.02.2003

Im Fünftel-Finale ...

... ausgeschieden - so lautet das Ergebnis der diesjährigen DSC- Fanclub-Hallenmeisterschaft aus Sicht des AlmVirus. Ein kurzes Resumee für die zahlreichen "Daheim"-Gebliebenen ...

Die "Schrumpf-,Rumpf- und Schlumpf-Truppe" (aus den Bielefelder Ortsteilen Heeper Straße, Herford, Düsseldorf, Rietberg und Havixbeck) schlug sich mit durchaus wechselndem Erfolg - zunächst mit sich selbst, dann mit den Gegnern herum. Ohne jetzt so direkt behaupten zu können, den späteren Turniersieger, den Finalisten und alle Halbfinalisten in der eigenen Vorrundengruppe gehabt zu haben (was ja als gerne genommene Entschuldigung dienen könnte), ergab sich nach einem typischen Eröffnungsspiel (0:1 nach unkoordiniertem Abwehrverhalten vor einem noch kalten Keeper) anschließend eine deutliche Steigerung (ermauertes 0:0 im 2.Match, 1:0-Sieg im 3.Spiel durch ein unnachahmliches Tor über Bande von Paul "Papa" Nachtigäller), so dass das letzte Gruppenspiel zum Showdown geriet.

Leider konnte das Team (übrigens bestehend aus - nach Alter sortiert - Paul, Präsi, Ingo, Corni, Koko, Basti und Maggi) seinen eigenen und den Erwartungen der zuschauenden Profis Dammeyer, Borges und Bogusz nicht gerecht werden und verlor trotz guter Chancen auf einen eigenen Torerfolg mit 0:2 - damit war das Viertelfinale dann leider nicht mehr erreichbar, logischerweise.

Also mussten Basti seinen Frust an seinem Vater und der Rest des Teams in Ermangelung eigener Väter seinen Frust am RoLi(nck)-Pils bzw. durch wüstes Beschimpfen des Ex-Virus Yoshi ("Judas", "Kroaten- Schwuchtel", "übergewichtiger Verräter") auslassen, der immerhin ins Endspiel gekommen ist - dort jedoch, auch dank seines inzwischen stattlichen Körperbaus, scheiterte. Wo kämen wir denn auch hin, wenn einer sich jedes Jahr 'ne neue Mannschaft aussuchen dürfte, um mit ihr den Titel zu erringen ...

Über das abschließende, geschlechter-getrennte-weil-Yoshi-eben-nicht- mehr-dabei-ist-Duschen, das Überreichen des Fairness-Pokals (ein altes "Alm / Gästeblock"-Schild, wer will das schon haben...) bzw. das Verspeisen der diversen Pizzen im Tinnef gipps eigentlich nichts zu berichten - wer's wissen will, hätte halt dabei sein sollen.

Viele Grüße nach Wiesbaden, Luxemburg, Hamburg, Lügde und an den Wellensiek - wir sehen uns gegen Lübeck! Hoffentlich.

AndyRoLiPräsiNulltorschützeUndAbwehrVersager

08.10.2003

Das neue Arminia-Gefühl

Gut, dass es die Nationalmannschaft gibt! Nicht nur, weil die Tiefpunkte gewisser Fernsehmoderatoren und Rudis Ausraster für ein Wochenende von zwischenzeitlichen Arminia-Niedergang mit sämtlichen Trainer/Manager/Vorstand-Raus-Diskussionen abgelenkt haben. Nicht nur, weil in Reykjavik demonstriert wurde, wie man auswärts noch harmloser spielt als Arminia die lezten ca. 15 Mal. Vor allen Dingen, weil jene Ligapause offensichtlich eine ganz neue Mannschaft hervorgebracht hat, die selbst von den eigenen Fans kaum wiedererkannt wird.

Auf der Alm werden die Spiele souverän gewonnen. Angeblich auswärtsstarke Gegner werden zu Punktelieferanten degradiert und gleichzeitig - man glaubt es kaum - gibt es richtig schönen Fussball zu sehen. Auswärts spielt die Mannschaft nun endlich selbstbewußt auf und vermittelt den Eindruck, nicht nur nicht verlieren sondern gewinnen zu wollen. Zwar wurden die Spiele in Regensburg und Trier knapp entschieden - aber es war das Glück des Tüchtigen, dass Arminia sich regelrecht erzwungen hatte. Und siehe da, zum erstenmal seit über einem Jahr ist Arminia wieder Spitzenreiter! Zwar eine Klasse tiefer als zuletzt, doch diesmal zeigt der Trend ganz eindeutig nach oben.

Hoffen wir, dass die nächste Länderspiel-Pause zu einem weiteren Leistungs-Schub verhilft. Die Alm erwartet ein echtes Gipfeltreffen - da gilt es für Arminia sich zu beweisen und die gegnerische Mannschaft aus Mainz schon vorzeitig auf ihren Lieblingsplatz zu befördern: den vierten.

Ingo-News

05.04.2003

Ins falsche Netz getroffen - knappe Niederlage in Hamburg

Wieder mal reiste Arminia mit zahlreichem Anhang in eine der großen Arenen deutschen Fussballs. Wieder mal galt der Gegner als klarer Favorit - und konnte Arminia wieder mal einen Großen ärgern? Leider nein. An der Waterkant agierte unsere Mannschaft recht glücklos, so daß uns nun im Abstiegskampf das Wasser wieder bis zum Hals steht. Das Hamburger Volksparkstadion ist architektonisch ein Meisterwerk und im Gegensatz zur einer berühmten Turnhalle im Ruhrgebiet auch ein richtiges Fussballstadion. Einziger Wehmutstropfen ist, daß es nicht mehr so heißt - stattdessen ist es nach einem amerikanischen Unternehmen benannt, daß die Welt schon seit einigen Jahren mit Gratis-CDs bombardiert. An diesem Nachmittag gab es aber anstelle von Datenträgern recht schmucke Fähnchen der Gastgebenden Mannschaft 'für umsonst' - und weil man Dinge die kostenlos sind ja immer brauchen kann, flatterten die sogar im Arminia-Fanblock umher. Aufgrund des guten Verhältnisses beider Fangruppen und der Identität der Vereinsfarben ein durchaus verzeihlicher Fauxpas - besonders wenn man die prächtige schwarz-weiss-blaue Stadionkulisse bewundern durfte. Als passenden ostwestfälischen Beitrag gab es dazu ein Riesentransparent mit dem Arminia-Logo aus der Gründerzeit.

Weniger beeindruckend dann das Spiel - besonders das unserer Mannschaft in der ersten Halbzeit. Der HSV spielt unsere Jungs regelrecht an die Wand. Das Führungstor für die Hanseaten nach nur 9 Minuten ließ böses ahnen. Takahara spielte mit Reinhardt und Hain Billard - die Kugel war drin und Arminia fürs erste geschockt. Der Sturmlauf der Gastgeber setzte sich fort - erst spät kamen erste Entlastungsangriffe der Arminia durch Diabang und Lense. Trotz des unglücklichen Gegentores war die HSV-Führung zur Halbzeit hochverdient. In der zweiten Halbzeit spielte Arminia endlich selbstbewusster und übernahm die Initiative - zur Unzufriedenheit des Hamburger Olympia-Bewerbungspublikums. Jedoch offenbarte sich ein weiteres Mal die gravierende Sturmschwäche Arminias. Außer einem gefährlichen Kopfball von Wichniarek sprang aus der spielerischen Überlegenheit nicht viel raus. Auf der Gegenseite passte sich Takahara der Harmlosigkeit unserer Sturmreihe an und verfehlte freistehend das leere Arminen-Tor.

Betrachtet man den Tabellenplatz des Gegner wirkt diese Niederlage hinnehmbar - wenn man das Spiel gesehen hat fällt das wiederum schwer. So stark wirkte der HSV wirklich nicht, da war mindestens ein Punkt drin. In der Defensive macht unsere Mannschaft einen stets sicheren Eindruck - immerhin konnte die gefürchtete HSV-Sturmreihe kein Tor gegen uns selbst erzielen - aber vorne gelingt es einfach nicht Gefahr zu entfachen. Wichniarek und Diabang bleiben unter ihren Möglichkeiten - und scheinen doch ohne wirkliche Konkurrenz zu sein. Wenn sich da in den nächsten Spielen nichts tut, kann es mit dem Klassenerhalt eng werden. Auch gegen die Abstiegskonkurrenten muß man erst mal treffen um zu gewinnen.

Ingo-News

09.03.2003

Bielefeld verliert zwei Punkte auf Schalke.

Man musste mit gemischten gefühlen nach Schalke fahren: Schließlich besuchte man als auswärtsschwaches Team den Tabellenvierten. Andererseits hat Schalke erst einmal in der Arena gewonnen. Und das ist mehr als verständlich! Denn wenn die Gästespieler genauso behandelt werden wie die Gästefans, staut sich genügend Energie auf um zu gewinnen. Da werden für 6000 Gästeplätze gerade mal vier Kassenhäuschen aufgemacht, und anschließend darf man sich durch käfigähnliche Gänge zum Block begeben (diese besitzen dann so tolle Namen wie "Erdgastribüne"; Arminia, bittet lasst uns unseren Block 3!!!).

Und genau so begann das Spiel. Die Schalker versuchten mit aller Kraft den Ball zurück ins Parkstadion zu schießen und glücklicherweise landete der dadurch meist bei den Arminien. Allerdings waren die zunächst auch noch übermotiviert und gaben ihn viel zu häufig wieder zurück. Die Anfangsphase gehörte auf jeden Fall den Bielefeldern, doch leider nutzen die ihre Chancen nicht konsequent oder fanden in Torwart Rost ihren Meister. Erst zum Schluss erhöhten die Schalker den Druck, der aber bis zur Pause auch nichts mehr am 0:0 änderte. Den Schalker Fans gefiel dies garnicht und somit schickten sie ihre Elf mit Pfiffen in die Kabine

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag. Schalke drehte sofort auf und zum Glück stand Vata goldrichtig, als er einen Kopfball aus 3 Metern auf der Torlinie mit dem Gesicht abfangen konnte. Arminia fand aber schnell ins Spiel zurück und verlagerte sich weiterhin aufs Kontern. Aus einem solchen ergab sich dann auch in der 57.Minute ein Freistoß aus rechter Position. Detlev Dammeier schoss den Ball in den Fünfmeterraum, den Thomasz Waldoch dann ins eigene Netz köpfte.

Schalke erhöhte daraufhin den Druck, was aber alles sehr planlos wirkte. Für Arminia gab es dadurch hochkarätige Konterchancen! Zunächst verfehlte Dammeier knapp von der Strafraumgrenze aus. Kurze Zeit später lief der eingewechselte Ansgar Brinkmann alleine aufs Tor zu und wurde im Strafraum von hinten (fair oder unfair????) von den Beinen geholt. Der Schiri entschied auf "weiterspielen". Der ebenfalls eingewechselte Bogdanovic erhöhte durch einen Lattenknaller das Elend um die vergebenen "Hunderprozenter"

Die Schlussphase wurde dann mehr als kurios. Bei einer Schalker Ecke in der 89.Minute lief Torwart Rost mit in den Strafraum. Bielefeld konnte den Ball erobern und zu Ansgar spielen. Der entschied sich dann 40 Meter vor dem Tor den Ball zum im Abseits stehenden Momo Diabang zu spielen, anstatt weiter aufs Tor zu laufen oder auf den leeren Kasten zu schießen.

Dann kam das Unfassbare: Gerald Asamoah setzte sich im Bielefelder Strafraum gegen mehrere Arminen durch und konnte den Ball geschickt zum heraneilenden Vermant zurücklegen. Dessen Sonntagsschuss schlug unhaltbar im linken unteren Eck ein.

Im Endeffekt kann Bielefeld stolz sein, sich so gut gegen den Tabellenvieten geschlagen zu haben. Andererseits wäre ein Sieg im Bereich des Möglichen gewesen und ist an der mangelnden Chancenverwertung gescheitert.

Flo-News

17.02.2003

Arminia holt Punkt in „Unterzahl“

Dem Tabellenstand nach hätte es ja eines der am ehesten gewinnbaren Spiele werden sollen – schließlich ging es zu Hause gegen den Tabellenletzten. Doch es ist ja nicht irgendein Verein, den wir auf der Alm begrüßen durften, es ist der Super-Traditionsclub aus dem Südwesten, der mit den tollen Fans, der großen Vergangenheit, der unbedingt in die 1.Bundesliga gehört – so jedenfalls sehen das Funktionäre, Sportreporter und Politiker. Wen interessiert es da schon, dass dieser Verein seine sportliche Stärke zuletzt mit hochgradiger Verschuldung erkaufen wollte – man will halt ‚Stars’ wie Basler, Djorkaeff, Sforza in der Pfalz sehen – egal ob auf dem Feld oder nur auf der Bank. Wen juckt es wenn kleinere Vereine sich auf ehrliche Weise mit ‚preiswerten’ Spielern hochzuarbeiten versuchen und dabei auch schon mal absteigen, wenn die finanziellen Mittel dann halt nicht ausreichen. Würde der Kontostand des DSC Arminia so aussehen wie der des FCK würden wir alle jubeln, dürften wir in der nächsten Saison immerhin noch in der 2.Liga mitspielen. Aber der deutsche Fußball braucht seinen Streichelzoo, zu dem die Pfälzer ganz sicher gehören. Und so werden sie auch im nächsten Jahr wieder ‚erstklassig’ sein – Leute wie Schiedsrichter Thorsten Koop werden schon dafür sorgen.

Natürlich – das Unentschieden ist für Arminia nicht gerade unglücklich und das Spiel hätte auch gegen die Schiedsrichter gewonnen werden können. In der 1. Hälfte hatte Arminia lange Zeit mehr Spielanteile – doch konnte daraus kein Kapital gezogen werden. Vor dem Tor des Gegners wirkte unsere Mannschaft diesmal verkrampft und harmlos. Harmlos schien zunächst auch die Situation zu sein, aus der das 1:0 der Gäste resultierte. Klose setzte sich gleich gegen mehrere Arminen durch und gab die Vorlage zu Lokvencs Treffer. So schön die Vorlage von ‚Miro’ auch war – er setzte dabei seine Arme nicht unwesentlich ein und riss seinen Gegenspieler zu Boden – Schiedsrichter Koop störte dies jedoch wenig. Aber trotzdem war es ein absolut überflüssiges und aus Arminia-Sicht vermeidbares Tor.

Wie schon im Leverkusen-Heimspiel schaffte Arminia es, die gewohnte ‚Rückstands-Hektik’ zu vermeiden und wurde sehr schnell durch den Ausgleich belohnt. Reinhardt verwertete einen Brinkmann-Freistoß – auch ohne Freistoß-Experte Dammeier kann Arminia derartige Tore machen. Anschließend machte wieder der Schiedsrichter Koop auf sich aufmerksam. Der bereits verwarnte Tchato schoß den Ball weg – außerhalb der Spielzeit. Herr Koop nahm es ihm nicht übel – allerdings sah Mathias Hain nach dem Gegentor wegen Meckerns prompt die gelbe Karte – Kommentar überflüssig.

Gegen Ende der 1. Halbzeit agierte Arminia überlegen – Grund zur Hoffnung auf die zweiten 45 Minuten. Doch die erfüllte sich zunächst nicht. Zunächst der Schock durch die schwere Verletzung von Murawski. Die Einwechslung Porcellos schien dem Spielfluss Arminias überhaupt nicht zu nutzen – dagegen drehten die Gäste richtig auf. Wir können uns bei Mathias Hain und dem Torgebälk bedanken, dass es keinen erneuten Rückstand gab. In den letzten 20 Minuten bekam Arminia das Spiel wieder unter Kontrolle und kam zu guten Konterchancen. Ob das Foul von Koch an Wichniarek wirklich ein Elfer war? Vielleicht war es ‚nur’ ein Freistoß – aber sicher ein Foul und eine klare rote Karte für Harry Koch wegen Notbremse – aber der Herr Koop nahm es an diesem Tage nicht so genau – zumindest wenn es um den FCK ging.

Aber trotzdem hätte Arminia das Spiel gewinnen können – weitere gute Möglichkeiten wurden durch Wichniarek und Diabang vergeben. Ein Sieg wäre aufgrund des Spielverlaufs zwar möglich aber nicht wirklich verdient gewesen – schließlich hatten die Gäste einige Male Pech bei der Verwertung ihrer guten und zahlreichen Torchancen. Aber gut – sie waren ja auch in Überzahl. Bedenklich finde ich, dass nach einer Serie guter und erfolgreicher Spiele ein einziges schlechtes in Wolfsburg ausreicht, um zahlreiche Zuschauer vom Spielbesuch abzuhalten. Dabei hätte Arminia gerade in diesem Spiel mehr Unterstützung nötig gehabt.
Ingo-News

04.02.2003

Bayern-Ballett? Hah! BleiEnten-Ballett vielleicht ...

Nachdem der Rückrunden-Auftakt ja in Bremen schon prima geklappt hatte, konnte die schwarz-weiss-blaue Fangemeinde endlich wieder auf die (seit Wochen ausverkaufte) heimische Alm pilgern, um dort die "übermächtigen" Bayern aus München zu empfangen. Das Ganze bei herrlichem Wetter, kalt, aber klar, wie wir Ostwestfalen eben auch sind!
Natürlich brachten die Weißwürste auch zahlreiche Anhänger mit nach Bielefeld - für meine Begriffe ZU viele! Schon am Schlosshof, vor dem Spiel, waren unangenehm viele "Rote" (kaum) zu ertragen, sangen "Hier - regiert - der FCB!" und ähnliche Ungereimtheiten. "Tja," dachte da so mancher Blaue, "Hier wohl - aber aufm Platz regieren WIR!"
Mitleid erregend auch die Tausenden von Teenies, die ihren MichaGel Ballack anhimmeln wollten, deswegen seit Monaten feuchte Höschen hatten - und ihn dann wegen seiner 5. Gelben Karte gar nicht sehen konnten! Aber glaubste, die bleiben dann zuhause? Nee! Machen uns die Alm voll.
Am Eingang zum Stadion erwartete uns das frisch gedruckte DSC-Liederbuch, für 50 Cent pro Stück zu erwerben (guter Preis!) - mancher von uns nahm gleich mehrere mit - nach Weihnachten ist vor Weihnachten!

Zum Spiel? Was gibt es zum Spiel zu sagen?
Die Bayern waren ja angeblich "ersatzgeschwächt": Kahn, Linke, Kovac, Kuffour, Lizarazu, Jeremies, Hargreaves, Zickler, Elber, Pizaro - - - Ersatz? Sagen wir es mal so - vielleicht sind mir persönlich ja Ersatzspieler wie Bogusz, Lense, Porcello lieber als IRGENDEIN Bayern-Spieler, aber die oben genannte Elf als Ersatz zu bezeichnen, spricht für sich.
Unsere Blauen hatten daher auch kein Problem damit, sofort das Heft in die Hand zu nehmen, bis auf einen verunglückten Rückpass von "Dammi" - von Ersatzspieler Elber zu einem fulminanten (dem einzigen!) Schuss direkt auf Matze Hain genutzt - hatte man eigentlich NIE das Gefühl, das Spiel würde NICHT von der Heimmannschaft dominiert. Auch wenn der DSC naturgemäß in der 1. Halbzeit nicht alles auf die Sturm-Karte setzte, gab es ein vielversprechendes Aufbauspiel: Reinhard, Dabrowski, Kauf und Dammeier fingen alles ab, Vata spielte wie aufgedreht, provozierte wie üblich Freistöße für uns, Ansgar wirkte ziemlich motiviert(!), die Doppelspitze Cha Bum und Cha Bang sehr beweglich. Nennenswerte Chancen für den DSC wurden leider trotzdem nicht erarbeitet, die Ersatzspieler-Abwehr der Bayern ließ einfach nichts zu, Dammeiers Freistöße (bestimmt 10 Stück im ganzen Spiel) hatten leider irgendwie alle nicht die richtige Länge an diesem Tag.
Den AlmViren war auf Block 3 leider nicht vergönnt, die Angriffe der 2. Halbzeit aus der Nähe zu sehen: die Blauen spielten auf das "ferne" Tor, die Roten brachten weiterhin nichts zustande. Aber die Arminen wurden noch dominanter, die Angriffe gefährlicher. Schließlich muss man von wenigstens 3,5 glasklaren Chancen für uns sprechen, überwiegend von Ansgar Brinkmann vorbestraft - äh - vorbereitet: 1 Kopfball von Momo am langen Eck, ein weiterer völlig freistehend (!) mitten vorm Tor, den er leider Herrn Kahn in die Arme köpfte, ein Distanzschuss durch Dammeier aus 16 Metern, den er so gut trat wie seine Freistöße an dem Tag (siehe oben), ein Schlenzer von Dr.Cha, für den sich Herr Kahn wenigstens schmutzig machen musste. Also, so ein kleines 2:0 wäre zu dem Zeitpunkt durchaus angebracht, gerecht, eigentlich dringend notwendig gewesen!
Es blieb dann doch beim torlosen Remis - und keiner beim DSC und seinen Anhängern konnte damit richtig zufrieden sein. Irgendwie merkte man das dann auch an der Stimmung nach dem Spiel, allerdings hat mir auch während der 90 Minuten die totale Begeisterung auf den Rängen gefehlt - der Gegner war einfach nicht ebenbürtig!

Das Fazit? Ein berühter Künsteler hat es mal in die Worte gekleidet "Die Abwehr steht, der Sturm, der weht, sie laufen stets, bis nichts mehr geht..." Genau so war es! Die Truppe war sehr gut eingestellt, hat richtig gut dagegengehalten, sich nicht eine Minute den Schneid abkaufen, keinen Gedanken ans Hinspiel aufkommen lassen, ich persönlich war richtig stolz auf den Auftritt. Und wenn "ran" nachher von der "schlechtesten Leistung der letzten 10 Jahre" sprach, meinten sie ausschließlich (!) die Bayern! Bei der Einstellung muss einem um unsere Blauen wirklich nicht bange sein, und das sage ich ohne jede Überheblichkeit - so wie man mich kennt.
Was sagt die Presse? Herrliche Berichterstattung, z.B. "Arminia in gleicher Augenhöhe mit dem Rekordmeiser" u.ä. (obwohl, wenn ich's mir recht überlege, ist das ja doch gelogen, oder? Wir waren besser!), unisono wird unsere Leistung mit Hochachtung betrachtet. Wenn wir doch gegen andere Gegner mal annähernd so ein Presse-Echo finden würden...

  • 3 Spieler in der Mannschaft des Tages im DSF (Reinhard, Dabrowski, Dammeier) !
  • 2 Spieler in der Mannschaft des Tages im Kicker (Reinhard & Dabrowski) !
  • Spieler des Spiels im Kicker: Dabrowski !
  • KEIN Bayer in irgendeiner Mannschaft des Tages - außer vielleicht bei Waldi Hartmann in Bayern 3 ...
Ich habe mich inzwischen dazu durchgerungen, es als erfolgreichen Samstag zu verbuchen!
Und wenn alles gut geht, haben wir dann demnächst endlich unseren Viren-Stammtisch nach dem Spiel im TINNEF direkt vor dem Fernseher ...
Roli-News

28.01.2003

Belohnter Kampfesgeist!
Endlich war die Winterpause vorbei und die fußballlose Zeit zu Ende. So einen guten Monat ohne Arminia ist doch ganz schön hart, da können auch die Hallenturniere nicht wirklich helfen. Die erste Auswärtsreise sollte uns nach Bremen führen. Oje, in Bremen haben wir noch nie was gerissen und dabei das ein oder andere mal ziemlich alt ausgesehen. Aber egal, was tut man nicht alles gegen den Fußballentzug.
Die Reise in die kleine Hansestadt haben wir mit dem Fanzug unternommen. War schon gut wieder in den weichen Bundesbahnsesseln zu sitzen und das Dosenpfand zu boykottieren. Denn der schlaue Fan beugt vor und hat sich im alten Jahr noch schnell mit einigen Paletten pfandfreiem Bier eingedeckt. Die Fahrt ging dann auch ohne weitere nennenswerte Vorkommnisse vonstatten. In Bremen angekommen wurden wir dann gleich von den freundlichen Herren in grün begrüßt und zur Straßenbahn gebracht, die uns dann fast bis vors Stadion fuhr.
Das Weserstadion ist meiner Meinung nach immer noch so bescheiden wie vor ein paar Jahren. Nur, dass sie den Gästeblock jetzt etwas weiter nach rechts verlegt haben, was den Vorteil hat, dass es nicht mehr so erbärmlich zwischen dem Unter- und Oberrang hindurch zieht. Auch die Sicht aufs Spielgeschehen ist für ein Stadion mit „Laufbahn“ ganz in Ordnung, ich hab da schon Schlimmeres gesehen ... oder besser nicht gesehen ;-)
Das Spiel fing dann eigentlich so an, wie es immer in Bremen war: Arminia hat ein paar gute Szenen und dann kommt das Tor durch die Grün-Weißen und Schluss war mit der Hoffnung auf einen Auswärtspunkt. Doch diesmal war es ein wenig anders. Arminia hatte in den ersten Minuten gleich eine Chance, in der Ansgar im Bremer Strafraum bedrängt wurde und fiel, was aber keineswegs Elfer verdächtig war. Und im prompten Gegenzug gab es eine Ecke für die Bremer an deren Anschluss das 1:0 fiel. Na super, dachte ich ... wie immer. Aber nix da. Arminia spielte weiter munter mit und kam dann auch durch ein Abstaubertor durch Momo zum verdienten Ausgleich. Auch das 2:1 durch den kleinen dicken Ailton wurde noch vor der Pause durch Dr.Cha ausgeglichen ... 2:2 !!! In der 2. Halbzeit gab es dann für beide Mannschaften noch ein paar Chancen, die aber keine weiteren Tor einbrachten. Auch den Druck der Bremer in der Endphase konnte unsere Abwehr standhalten und somit wurde beim Championsleagueplatzanwärter Bremen ein hervorragendes 2:2 erkämpft.
Dieser Punkt wurde auch lautstark von den gut und gerne 2.500 Bielefeldern gefeiert. Die Stimmung war im Arminiablock während des ganzen Spieles eigentlich sehr gut. Es wurde supportet was die Stimme hergab. Meine Stimme hat u.a. dabei erheblich gelitten, denn ich hatte in der Woche davor eine kleine Grippe und am Spieltag immer noch Halsschmerzen. Die Folge war ein Totalausfall meiner Stimmbänder am Sonntag ... aber egal ;-) ... was tut man nicht alles für Arminia. Auf jeden Fall kann man auf dieser Leistung aufbauen und braucht sich hoffentlich keine Angst wegen des Klassenerhalts zu machen ... hoffentlich.
Corni-News


14.12.2002

Torlose Schlitterpartie in Hannover
Nach drei erfolgreichen Spielen fuhr Arminias Anhang selbstbewusst nach Hannover. Nicht so die Hausherren, die nach 4 Niederlagen in Folge mit dem Rücken zur Wand standen. Es war nicht nur kalendarisch ein 'Endspiel' - der Abstand Arminias zu 96 und den Abstiegsrängen konnte je nach Spielausgang um 6 Punkte variieren.
Der Name der Hannoveraner 'Arena' klingt zwar sehr modern, dahinter verbirgt sich jedoch ein relativ altertümlicher Koloss, der noch nicht einmal über eine Rasenheizung verfügt. Angesichts der Platzverhältnisse wäre ein Vergleich im Eishockey vielleicht sinnvoller gewesen. Entsprechend das Niveau des Spiels, über das man nicht viele Worte verlieren muss. Zwei Tore Arminias wurden diesmal zurecht nicht gegeben, Arthur Wichniarek hätte um ein Haar 'angeschossen' den Siegtreffer markiert aber Arminia hatte auch Glück bei einem Lattentreffer von Bobic. Abgesehen davon wurde den Zuschauern vorwiegend Rasenschach geboten - das Spiel war ein stummes Plädoyer für die Abschaffung der Sommerpause.
Am Ende waren alle froh, als dieser Kick abgepfiffen wurde und man sich in wärmere Gegenden begeben konnte. 22 Punkte aus 17 Spielen sind eine sehr befriedigende Bilanz dieses Bundesliga-Halbjahres, die das Jahr 2002 zu einem sportlich außerordentlich erfolgreichen macht. Mindestens genauso wichtig ist, dass Arminia eine homogene, charakterstarke Mannschaft hat, angeführt von einem Trainer, der den Erfolg nach Bielefeld zurückgeholt hat. Hoffen wir, dass es 2003 so weitergeht.
Ingo-News


07.12.2002

Hinrundenziel erreicht!
Einen Heimsieg der Arminia entspannt genießen, ein 6-Punkte-Spiel gewinnen, Hansa Rostock schlagen - Träume, die bis zum 16.Spieltag eher unmöglich schienen wurden wahr. Und das schöne am 3:0-Sieg war gerade sein unspektakuläres, ungefährdetes Zustandekommen. Arminia spielte einfach so, wie man sich das immer erhofft hatte.
Noch nicht in den ersten 30 Minuten - in denen bei eisigen Temperaturen das Spiel nur wenig erwärmen konnte. Hansa wirkte wie festgefroren im eigenen Strafraum - Arminia hatte noch zu wenig Bewegung im Spiel. Höhepunkt war der zweimalige Versuch von Ex-Armine Ronald Maul sich die Schuhe richtig zu schnüren. Dann aber gab es gegen Ende der 1.Hälfte ein Powerplay der Arminia - ähnlich wie beim Heimspiel gegen Nürnberg. Nur diesmal vom Erfolg gekrönt. Brinkmann entzauberte die Rostocker Abwehr und legte auf Wichniarek vor. Es gibt ja keine falschen Zeitpunkte um Tore zu machen, aber viel richtiger als kurz vor dem Pausenpfiff geht es auch nicht.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit noch ein kurzes Aufbäumen der Gäste aus Mecklenburg - jedoch von vielen Fehlpässen bestimmt. Außer einem sehr gefährlichen Freistoß sprang nicht viel für die Hanseaten heraus. Dann konnte Arminia wieder einmal zeigen, was sie schon in der 2.Liga ausgezeichnet hatte: das Konterspiel aus der Defensive. Diabang lege einen beeindruckenden Sprint hin und spielte ab zu Wichniarek, der Schober keine Chance ließ. 2:0 - das Schiff war geschaukelt und die Kogge versenkt. Am Ende stand es 3:0 und Hansa war nur noch zu zehnt und mehr als gut bedient. Arminia hätte zum Schluß nochmal richtig was für die Tordifferenz tun können - aber die Tore heben wir uns besser für 96 auf.
Die bisherige Bilanz von 21 Punkten und die guten Chancen auf einen Sieg im Niedersachsenstadion, das ja jetzt nach einer bekannten "Türklinkenputzerkolonne" benannt ist, verleiten zur Euphorie. Wir sollten aber nicht vergessen, daß zum Start der Rückrunde mit Bremen und Wolfsburg auswärts und dem Heimspiel gegen Bayern ein unsanftes Frühlingserwachen nicht ausgeschlossen werden kann. Also schon mal absichern in Hannover!
Ingo-News


30.11.2002

Das erste Mal.
München, Lautern, Stuttgart, Gladbach, Dortmund wieder München, Cottbus - quer durch die Republik reiste der Arminia-Konvoi in dieser Saison. Überall gerne gesehen und mit reichlich Geschenken an die Gastgeber wieder abgereist. Kein Wunder, daß man in Bochum mit großer Vorfreude auf unser Team wartete. VfL-Trainer Neururer wollte gegen Arminia sogar schon den Klassenerhalt feiern.
Nach dem tollen Spiel gegen Leverkusen schien jedoch wieder Stimmung ins Arminia-Lager eingekehrt zu sein. Mit der zweimaligen Aufholjagd gegen den Abstiegskonkurrenten vom Niederrhein konnte zumindest das 'Loser-Image' abgelegt werden. Entsprechend optimistisch war die Stimmung im Fanblock schon vor dem Spiel.
Arminia begann sogleich souverän und schon nach drei Minuten schaffte Lense, was wir in dieser Saison noch nicht erlebten - Arminia auswärts in Front. Und endlich mal wieder ein Tor nach einer Standardsituation, einem Freistoß durch Dammeier. Danach gab es aus Arminen-Sicht wohl das Beste, was wir seit langer Zeit von unserer Mannschaft sehen durften. Bochum wurde phasenweise an die Wand gespielt, wirkte völlig hilflos und mußte froh sein, daß Arminia nicht noch höher führte. In den letzten 15 Minuten jedoch rafften die Gastgeber sich auf, 'Matse' Hain klärte glänzend gegen Christiansen - wieder einmal ging das Zittern los.
Doch diesmal hatte unsere Mannschaft auch auswärts mal Glück. Nach Beginn der zweiten Halbzeit legte Reinhardt nach erneuter Freistoß-Hereingabe den Ball mit dem Kopf auf den Fuß des Bochumers Vanders, der freundlicherweise seinen eigenen Keeper versetzte - 2:0. Doch noch lange nicht war das Spiel gewonnen - die Gastgeber zeigten immerhin beeindruckende Moral. Ein umstrittener aber berechtigter Hand-Elfmeter gegen 'Rübe' Kauf schien es noch mal spannend zu machen - doch was soll schon ein Christiansen gegen unseren 'Matse' ausrichten. Sensationell die Elfmeter-Parade - unfaßbar, wie er den Nachschuß abwehrte. Vielleicht hat es ja auch Rudi Völler gesehen? Beim folgenden Lattentreffer von Christiansen wäre aber auch er chancenlos gewesen - aber warum soll es der 'Fußballgott' nicht auch mal mit uns gut meinen. Dann ein Konter wie zu besten Zeiten - 'Momo' Diabang köpfte das 3:0 und es war geschafft - endlich! Der Auswärts-Bann ist gebrochen - mit der Leistung von Bochum müssen wir auch vor Rostock und Hannover keine Angst haben. Auf jeden Fall sind wir jetzt Westfalen-Herbstmeister - das nimmt uns keiner mehr!
Ingo-News


23.11.2002

Die Hoffnung kehrt zurück...
Nach der Schmach von Cottbus wurde das Spiel gegen Leverkusen ein weiteres Schicksalsspiel. Nicht nur für unsere Blauen - auch die Gäste standen gehörig unter Druck. Wer verliert wird aller Voraussicht nach auf einem Abstiegsplatz stehen - so viel war schon vorher klar.
Nach etwas nervösem Beginn gab es eine erste Arminia Chance durch Brinkmann, der allerdings leichtfertig den Ball verlor. Nach 15 Minuten schien das übliche Unheil über unsere Mannschaft hereinzubrechen. Brdaric köpfte das 1:0 - Arminia reagierte frustriert und nervös - die Zuschauer wurden ungeduldig. Und dann war ER endlich wieder da - Arthur Wichniarek. Murawski scheiterte zunächst aus aussichtsreicher Position am überragenden Bayer-Schlußmann Butt - doch der '2.Liga-Top-Scorer' setzte den Nachschuss in die Maschen. Fortan entwickelte sich Optimismus bei Arminia - unsere Mannschaft zeigte berhezten Offensivfußball und war dem 2:1 näher als die Gäste - die zwar imponierenden Kombinationsfußball zeigten - aber im gegnerischen Strafraum sehr harmlos agierten und einmal mehr ihre Stürmernot bewiesen.
Leider machte sich Arminia dann wieder einmal selbst das Leben schwer. Nach einer fragwürdigen Freistoß-Entscheidung für Leverkusen patzte ausgerechnet der beste Armine in dieser Saison: 'Matse' Hain. Er unterlief die Hereingabe und Zivkovic brachte Arminia erneut in Rückstand. Wieder machte sich Enttäuschung breit - doch unser Coach Benno Möhlmann hatte ein weiteres Mal das richtige Händchen. Der eingewechselte Bogdanovic servierte Arthur Wichniarek maßgerecht den Ball auf den Kopf zum hochverdienten 2:2. In der Schlußminute setzte 'Momo' Diabang noch einmal zu einem Fallrückzieher an - aber das wäre wohl zuviel des guten gewesen. Butt fing den Ball sicher.
Das Ergebnis kann sicher nicht ganz zufrieden stellen. Trotz des großen Namens präsentierte sich Leverkusen relativ ineffizient und war zu schlagen. Nur durch individuelle Fehler Arminias wurde ein Heimsieg verpaßt. So rücken die angestrebten 20 Punkte aus der Hinrunde wieder ein Stück weiter weg. Erfreulich war jedoch die tolle Moral der Mannschaft, die den Fans diesmal ein mitreißendes Spiel bot - so bleiben wir in der Liga. Erfreulich auch, daß die zuletzt oft kritisierten Wichniarek und Bogdanovic zu überzeugen wußten. Nächste Woche geht es nach Bochum - sicher als Außenseiter. Mit dem Selbstbewusstsein aus dem Bayer-Spiel aber sollte alles möglich sein.
Ingo-News


16.11.2002

Gerhard Schröder - so wird's gemacht!
Zwei Wochen lang habe ich mir zugeredet: "Nach Cottbus fahre ich mal nicht" - wohlwissend dass ich am Ende doch nicht anders kann als nachts aus dem Bett zu springen um die rund 650 km vom Rheinland in dieses andere Ende Deutschlands zurückzulegen. Irgendwie gab es aber auch Gründe genug: Das Wissen um die Möglichkeit eines Auswärtssieges zum Beispiel. Kann mich kaum noch erinnern, was das für ein Gefühl sein muss mit Arminia mal wieder auswärts zu gewinnen - aber wer es miterlebt wird nie wieder in seinem Leben über ‚Sex' reden. Ein anderer Grund war das Wissen um die Wichtigkeit dieses Spiels - schließlich ging es um drei Punkte, die Arminia weg vom Abstiegsplatz bringen sollten und Cottbus den vorzeitigen ‚Knock-out' versetzen.
Der Verlauf und der Ausgang dieses Spiels sind mittlerweile bekannt. Dem Ergebnis ist nichts hinzuzufügen. Nach dem Spiel bin ich nicht gleich nach Hause gefahren ,sondern noch bis Sonntag Mittag in der Gegend geblieben - und irgendwie wich die Sprachlosigkeit aufgrund der Leistung Arminias nach und nach einem gewissen Stolz. Wer kann schon von seiner Mannschaft behaupten, dass sie an jedem Ort ihres Auftretens stets glückliche Menschen hinterlässt, die wieder lernen sich des Lebens zu erfreuen und ihre Stadt, ihre Region zu lieben und zu ehren - selbst wenn die so aussieht wie Cottbus. Was der Kanzler schon seit Jahren versucht hat Arminia in 90 Minuten geschafft! Eine wahrhaft tolle Leistung! Zu toppen wäre das nur noch, wenn mit einer der unzähligen hohen Flanken Arminias der auf der Haupttribüne trohnende Ronald McDonald abgeschossen worden wäre - phasenweise schienen unsere Jungs diesen Ehrgeiz tatsächlich zu entwickeln. Abgesehen von dieser pro-amerikanischen Geschmacklosigkeit fand ich das Cottbuser Stadion wirklich kultig. Noch eine von den guten alten ‚Kampfbahnen' - in ein paar Jahren werden wir uns mit Wehmut an solche Stadien erinnern.
Was wird nun mit Arminia? In meinen Augen fehlt nicht der Wille der einzelnen Spieler - aber sehr wohl der Mannschaftsgeist. Eine Mannschaft, die nach 5 Minuten bereits ein Tor kassiert kann sich aufrappeln und Zusammenhalt und Moral demonstrieren - oder sich auf dem Platz anschnauzen wie unser Team das getan hat. Das letztere führt meines Erachtens nur selten zum Erfolg. Was uns Fans anbelangt müssen wir in den nächsten Wochen wohl mehr denn je zeigen, dass wir das auch sind. Es ist eine Krise, nicht mehr und nicht weniger. Dass unsere Mannschaft jeden schlagen kann, hat sie bewiesen - mit innerlicher Geschlossenheit und dem Rückhalt der Fans wird sie das auch wieder tun.
Ingo-News


09.11.2002

Das böse Erwachen auf Platz 16. Willkommen im Existenzkampf!
Über das Spiel gegen Nürnberg muß nicht viel gesagt werden. Es ist jenes Spiel, dass wir schon etliche Male gesehen haben, seitdem wir zur Alm gehen. Und das wir wohl immer wieder sehen müssen. Die Leichtigkeit der letzten Wochen ist nun dahin - denn da plötzlich die ganze Liga gegen uns spielt findet sich Arminia nun auf einem Abstiegsplatz wieder. Willkommen im Existenzkampf!
Nachdem in den ersten 20 Minuten von beiden Seiten wenig geboten wurde, nahm Arminia das Heft in die Hand, dominierte das Spielgeschehen und zeigte herzhaften Offenisvfußball. Daraus resultierten Großchancen für Wichniarek und gleich zweimal Albayrak - dazu noch ein paar höchst brenzlige Situationen im Gästestrafraum. Doch bereits in dieser Zeit wurde klar, daß das Spiel für Arminia unter keinem guten Stern stand. Das Tor wollte nicht fallen - und der Halbzeitpfiff beim Stande von 0:0 ließ böses Erahnen. Das typische Arminia-Spiel eben.
Auch nach der Pause dominierte Arminia klar und hatte weitere Chancen. Und plötzlich war es passiert. Die Gäste schafften was bei Arminia seit Wochen überhaupt nicht mehr geht: Eine Standardsituation nutzen. Driller köpfte das 0:1 und irgendwie wußte jeder im Stadion, dass damit das Unheil seinen Lauf nehmen wird. Der erste Torschrei der Blauen erstickte, als der Schuss von Dammeier an die Latte knallte. Der zweite, als das völlig einwandfreie Tor von Diabang von Schiedsrichter Aust einfach nicht gegeben wurde. Danach lähmte der Frust das Bielefelder Spiel.
Sicher war es kein gutes Spiel von Arminia - aber unsere Mannschaft hat 90 Minuten gekämpft, war klar besser und hätte den Sieg verdient gehabt. Die Leistung war nicht schlechter als in den gewonnenen Spielen gegen Schalke und HSV. Dass solche Spiele wie gegen Nürnberg kommen mußten weiß jeder, der Arminia kennt. Umso wichtiger ist es nun, daß die Fans bedingungslos hinter der Mannschaft stehen und nicht zu 'Motzkis' werden. Nur so gewinnen unsere Jungs wieder Selbstvertrauen. Wir sollten nicht vergessen, wie überraschend der Aufstieg gekommen ist. Jeder wußte, daß es sehr schwer wird, in der Liga zu bleiben. Aber es ist möglich.
Auffällig ist allerdings auch: Die Liste der Schiedsrichter-Fehlentscheidungen gegen Arminia wird immer länger - so langsam fällt es schwer, an 'ausgleichende Gerechtigkeit' im Verlauf einer Saison zu glauben. 'Sei fair zum 23.Mann' heißt es immer wieder - aber ist der auch fair zu uns? Was mir am Wochenende aufgefallen ist: Gibt es umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen gegen die Großen der Liga, dann wird ein Riesentheater veranstaltet - die Verantwortlichen suchen gezielt die Medienpräsenz für ihre Schimpforgien - und das Ergebnis wird am nächsten Spieltag sichtbar: Plötzlich meinen es die Schiris wieder gut mit den 'gebeutelten' der Vorwoche. Vielleicht werden ungerechtfertigte Schiedsrichter-Entscheidungen von uns zu locker hingenommen, denn niemand scheint zu merken, daß Arminia von Woche zu Woche verschaukelt wird. Vielleicht wäre es durchaus mal angebracht, wenn unsere Vereinsverantwortlichen die Leistung der 'Unparteiischen' etwas agressiver kommentieren und dem Unrecht mehr Gehör verschaffen. Vielleicht sollte auch Benno Möhlmann mal einen Tribünenplatz riskieren? Die Rolle des 'fairen Verlierers', der die Verantwortung bei sich und nicht beim Schiedsrichter sucht mag ja sehr nobel sein - aber ist sie wirklich effektiv?
Nächste Woche muß Arminia nach Cottbus. Das müßte eigentlich zu schaffen sein. Aber wir kennen ja unsere Arminia. Hoffen wir, daß es diesmal keinen 'Aufbau Ost' geben wird.
Ingo-News


05.11.2002

Qualvolle Pokalspiele und die Saga von der 'Ruhrpott-Mafia'
Muß man eigentlich im DFB-Pokal mitspielen? Kann man nicht einfach darauf verzichten? Die Bilanz der Arminia in diesem Wettbewerb gibt allen Grund diese Frage zu stellen. Wie schon viele Male vorher ist auch in diesem Jahr in Runde zwei Endstation. In Oberhausen erhielten jegliche Hoffnungen Arminia könnte auch auswärts mal selbstbewußt auftreten einen herben Dämpfer. Die Niederlage ist aber auch unglücklich - wieder einmal wurde Arminia Opfer einer skandalösen Schiedsrichter-Fehlentscheidung.
Die Partie begann durchaus hoffnungsvoll. Arminia kontrollierte Ball und Gegner - erspielte sich erste Torchancen. Wie aus dem Nichts fiel plötzlich die Oberhausener Führung durch Radulovic. Plötzlich ging ein Bruch durch das Spiel der Arminia. Bis zum Halbzeitpfiff gelang gar nichts mehr und die Spielweise der Mannschaft erinnerte zu sehr an das 'Katastrophenspiel' in Gladbach. Mit 0:1 waren unsere Jungs zur Pause mehr als gut bedient.
Nach dem Wechsel erlebten die 5135 Zuschauer im Niederrheinstadion druckvollere Bielefelder. Die eingewechselten Vata und Albayrak trieben Arminia nach vorne - doch gegen die 8er Abwehrkettte von RWO (oder war es eine 9er Kette - oder 10er Kette?) ergaben sich nur selten Tormöglichkeiten. Das änderte sich auch nicht nach der gelb-roten Karte gegen Mustafa - eine vertretbare aber in meinen Augen dennoch zu harte Entscheidung. Dann aber schienen die ca. 300 Arminia-Fans doch noch erlöst zu werden: Nach einem Freistoß von Dammeier köpte Dabrowski zum 1:1 ein - doch nachdem der Anhang schon ausgiebig jubelte passierte das unfassbare: Schiedsrichter Frank erkannte den Treffer nicht an. Zunächst wußte niemand warum. Das Fernsehen lieferte später die offizielle Begründung: Der unbeteiligte Wichniarek soll seinen Gegenspieler gefoult haben. Hätte der Treffer gegolten wäre sicher kein Oberhausener Spieler auf die Idee gekommen zu protestieren. Mit solchen Begründungen müßte wohl jede Torszene in der 1.Liga abgepfiffen werden. Ein weiterer Fall schiedsrichterlicher Willkür der nicht erst durch die 'Fernsehbilder' ans Licht kommt. Der Sieg von RWO ist insgesamt verdient - da Arminia zwar mehr Spielanteile hatte, aber daraus gegen das 'Abwehrbollwerk Risticer Prägung' kein Kapital schlug. Allerdings ist es schon das zweite Spiel in Oberhausen in Folge bei dem die Gastgeber von unfaßbaren Schiedrichter-Fehlentscheidungen profitierten. Wir erinnern uns an die Partie gegen den 1.FC Köln - dem in der Schlußminute ein glasklarer Elfmeter verweigert wurde. Klarer Fall von 'Ruhrpott-Mafia'? Rot-Weiß 'Schieberhausen'?
Man kann über Arminias Leistung unterschiedlicher Meinung sein. Es ist einfach nach einer Niederlage gegen einen Zweitligisten von 'Blamage' und 'Schande' zu reden. Tatsache ist jedoch, daß Oberhausen im eigenen Stadion durchaus mehr als nur Zweitliga-Niveau hat. In meinen Augen lag es auch nicht an fehlendem Einsatz - vielmehr gelingt es einfach nicht in fremden Stadien selbstbewußt aufzutreten - einen Rückstand wegzustecken und gegen defensiv eingestellte Gegner zwingende Torchancen herauszuspielen. Das Spiel in Oberhausen hätte allerdings auch manch anderer Erstligist verloren. Wer Armine ist, kennt solche Spiele nur zu gut. Hoffen wir, daß es gegen Nürnberg klappt. Dann ist alles im Lot - und wer will schon den Pokal?
Ingo-News


02.11.2002

In München wäre mehr möglich gewesen...
Große Hoffnungen auf den ersten Auswärtssieg dieser Saison hatte ich nicht, als ich mich schon zwei Tage vor dem Spiel nach München aufmachte. Die 60er schienen in den letzten Spielen ziemlich gut drauf zu sein und erwiesen sich in der Vergangenheit stehts als äußerst unangenehmer Gegner. Grund für die frühe Anreise war der Auftritt mit Almvirus Olaf und zwei Münchner Arminen als Zuschauer in der 'DSF-Viererkette'. Immerhin gelang es uns Arminia ins Bild zu bringen, wenn sie leider auch nicht Thema der Diskussion war. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an den Fanbeauftragten Christian Venghaus für die Unterstützung!
Das Spiel fand unter wenig motivierenden Umständen statt. Novemberregen und ein gähnend leeres Stadion in dem sich laut Aussage des Stadionsprechers 22500 Zuschauer verschanzt haben sollen. Beim Anblick dieser Stadionkulisse habe ich mich ehrlich gesagt gefragt, wieso immer soviel über unsere Stimmung zuhause geschimpft wird.
Das Spiel begann wie schon andere Auswärtsspiele in dieser Saison: der Gegner macht Druck und erzielt das erste Tor. Doch diesmal zeigte sich Arminia nicht so ergeben wie in Gladbach und konterte: Nur eine Minute später der Ausgleich durch Arthur Wichniarek - er kann es also noch - auch wenn der Stadionsprecher erneut zu einer merkwürdigen Feststellung kam und Rüdiger Kauf als Torschützen bekanntgab - der demnach eine traumhafte Flanke auf sich selbst gegeben hat.
Dann war Arminia sogar drauf und dran in Führung zu gehen - Diabang vergab eine Riesenchance. Die Chancen hatten jedoch auch die Gastgeber - nur leider wußten die sie auch zu nutzen - mit Unterstützung einiger Bielefelder Abwehrspieler. Es fielen die Tore zwei und drei für 60 - wobei dem 3. Tor ein deutliches Foulspieler in der Hälfte der Gastgeber vorausging - der Angriff hätte abgepfiffen werden müssen.
Erfreulich war die ausgezeichnete Moral unserer Mannschaft in der zweiten Halbzeit. Keine Spur von Resignation - Arminia spielte munter mit und hatte durchaus die Möglichkeiten noch zu egalisieren. Bester Spieler bei Armina war diesmal Wichniarek, der ständig für Gefahr sorgte. Leider konnten die Chancen nicht verwertet werden - ein Unentschieden wäre entgegen den Darstellungen gewisser kommerzieller Fernsehsender mehr als verdient für Arminia. Nach dem Abpfiff wurden die Münchner Fans immer wieder darauf aufmerksam gemacht, daß sie nun auf Platz 3 stehen. Wer das Spiel gesehehen hat, würde auch nicht von selbst drauf kommen. In keinem Mannschaftsteil waren sie besser als Arminia. In den nächsten 2 Wochen geht es um die 'Big-Points' - gegen Nürnberg und in Cottbus hat Armninia gleich zwei 6-Punkte Spiele. Hoffen wir daß beide Male ein dreier gelöst wird - dann wäre der Frust aus dem Münchner Spiel schnell vergessen.
Ingo-News



26.10.2002

Diabang schießt den HSV ab!
Das Spiel gegen die Hamburger schien ein richtungsweisendes zu werden. Im Erfolgsfall würde sich Arminia im sicheren Mittelfeld platzieren - bei einer Niederlage könnte der Abstand zu den Abstiegsplätzen gefährlich dahinschmelzen.
Nach dem Spiel dürfte jedem klar geworden sein, daß es ein '6-Punkte-Sieg' war. Es war wohl die schlechteste Heimleistung von Arminia in dieser Saison. Trotzdem reichte es zu einem relativ ungefährdeten Sieg gegen Gäste, die anschließend von ihrem 'besten Auswärtsspiel in der Saison' (Barbarez) sprachen. Wie müssen erst die anderen Auswärtsspiele des HSV gewesen sein?
In der 1.Hälfte war es ein grottenschlechtes Spiel. Der HSV war zugegebenermaßen überlegen und hatte in der Anfangsphase zwei gute Möglichkeiten, die von 'Matse' Hain bedingt problemlos abgewehrt wurden. Ein Schuß von Fukal traf Hain am Kopf. Gott sei Dank konnte unsere Nr.1 weiterspielen. Ein Schreck war zunächst auch die verletzungsbedingte Auswechslung von Ansgar Brinkmann. Der unfreiwillige Wechsel brachte 'Glück im Unglück' - wie sich später herausstellen sollte. Der eingewechselte Diabang erzielte zunächst wie aus dem Nichts das 1:0 für die Arminia. Das Ergebnis zur Pause stimmte, das Spiel konnte nur besser werden.
In der zweiten Halbzeit gelangen dann mehrere Konterchancen gegen die überlegenen aber völlig harmlosen Gäste. Eine davon nutzte Arthur Wichniarek zu einer herlichen Flanke auf Diabang, der nur noch einnicken mußte. Leider konnte Arthur auch diesmal nicht selber treffen - es fehlt einfach das Glück. Mit seiner Flanke zum entscheidenden Tor hat er jedoch gezeigt, wie wichtig er nach wie vor für das Spiel der Arminia ist. Soll ja 'Fans' geben, die Stürmer auspfeifen wenn sie mal eine Zeit lang nicht getroffen haben - zum Glück waren sie am Samstag nicht wahrzunehmen. Die Hoffnungen auf einen glatten, ungefährdeten Heimsieg, bei dem mal nicht bis zum Schluß gezittert werden muß wurden dann durch Meijers Anschlußtor durchkreuzt. Gefährlich waren die Hanseaten dann schon noch mal - allerdings nicht in Form von nennenswerten Tormöglickeiten. Erneut mußte Hain die Zähne zusammenbeißen, diesmal nach einem gefährlichen und unnötigen Einsteigen von Barbarez - die gelbe Karte war absolut berechtigt. Nach dem logischen Platzverweis durch 'Gelb-Rot' zeigte dieser einmal mehr, warum in Fußballstadien Gitterzäune zwischen Tribüne und Spielfeld sind: Um die Zuschauer zu schützen. Schade, daß 'Gelb-Rot' nur 1 Spiel Sperre beinhaltet.
Am Ende wurde noch einmal kräftig gezittert, im Nachinein muß man sich fragen: 'Wovor eigentlich?' - die Möglichkeiten zum 3:1 waren vorhanden - der HSV brachte übherhaupt nichts mehr nach vorne. So blieb es bei einem ganz wichtigen Heimsieg - aber ohne überzeugende Leistung. Die wird nächste Woche in München sicher nötig sein - die Löwen erweisen sich zur Zeit als anderes Kaliber.
Ingo-News

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