16.11.2002

Dem BvB ein Bein gestellt
In banger Erwartung begaben wir uns diesmal nach Dortmund. Die Leistung der Arminia in Gladbach ließ wahrlich nichts gutes erwarten, einige erwarteten sogar ein Ergebnis in Reichweite des historischen Resultats von 1981 - ein Spiel an das sich glücklicherweise nur wenige Fans der Gastgeber - für mich der Inbegriff des 'Fußball-Main-Stream' - erinnern können.
Das Westfalenstadion wird anscheinend immer größer, der Eingang zum Gästeblock indes immer kleiner. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis der erste Fan dort herausgeschweißt werden muss.
Als das Spiel begann, hatte ich schon ein gutes Gefühl. Von Anfang an wirkten unsere Jungs wesentlich kampfeslustiger und selbstsicherer als in Mönchengladbach. Auch wenn Borussia Dortmund zunächst mit einem Sturmlauf begann. Und eins war auch klar - wenn wir in Dortmund punkten, dann wird es ein großer Tag unseres Keepers. Wie oft wurde dieser Mann von den sogenannten 'Experten', einige auch aus unseren Reihen, für untauglich erklärt. Für mich nie verständlich. Patzer machen alle hin und wieder mal - auch Torhüter. Aber in meinen Augen war 'Matse' schon in der letzten Saison ein großer Rückhalt und entscheidender Aufstiegsfaktor. Und nach dem Dortmund-Spiel werden dies wohl auch seine Kritiker eingestehen müssen. Ohne Übertreibung war seine Leistung Länderspielklasse. Insgesamt hatte man den Eindruck, daß da wieder eine Mannschaft auf dem Platz steht, in der einer für den anderen kämpft. So brauchen wir uns um den Klassenerhalt keine Sorgen machen.
Darüber hinaus gab es wieder mal den üblichen nichtgepfiffenen eindeutigen Elfmeter für Arminia - und keinen Platzverweis für Amoroso - obwohl der bei einem groben Foulspiel, einer gelben Karte und einer 'Flugshow' das Potential für rot schon mehr als deutlich überschritten hatte. Wenn man dann auch noch an die vergebenen Großchancen von Diabang und Wichniarek denkt, vielleicht wäre sogar noch mehr drin gewesen. Angesichts der Spielanteile und des Gesamtchancenverhältnisses muss man den Gastgebern jedoch den einen Punkt zugestehen.
Dortmund war sicher mehr als nur Achtungserfolg und Hoffnungsschimmer. Der gewonnene Punkt ist jedoch erst dann viel wert, wenn am nächsten Wochenende der HSV geschlagen wird. Und das sollte doch wohl möglich sein, oder?
Ingo-News


05.10.2002

Arminia am Bökelberg böse gestrauchelt!
Nach dem gloreichen Sieg gegen Schalke bestand eigentlich Grund genug, voller Optimismus an den Niederrhein zu reisen. Die Mannschaft schien sich gefunden zu haben und viele erinnerten sich noch an das unvergessliche 1:0 an gleicher Stelle vor 15 Monaten. Warum sollte es jetzt nicht auch mal auswärts klappen?
Für mich als im Rheinland lebender Arminia-Fan hat dies Spiel natürlich einen besonders hohen Stellenwert. Schließlich geht es darum, ob ich am Montag als Triumphator zu meinem Arbeitsplatz gelange oder besser doch durch die Hintertür - vorbei an unzähligen grünweißen Wimpeln und höhnisch grinsenden Menschen.
Das Schicksaal von Menschen wie mir schien die Mannschaft nur wenig zu berühren - auch nicht die Laune von Arminia-Fans, die an diesem Nachmittag im wahrsten Sinne des Wortes im Regen standen. Nicht nur die roten Trikots waren schuld, daß Arminia gegenüber dem letzten Spiel nicht wiederzuerkennen war. Oder vielleicht waren unsere Jungs auch einfach nur unfaßbar schlecht. Jedenfalls war Arminia von der ersten bis zur letzten Minute völlig harmlos - nicht eine einzige Torchance und mit 0:3 mehr als gut bedient. Natürlich kann man spekulieren was gewesen wäre, wenn Schiedsrichter Meyer zu Beginn der zweiten Halbzeit einen offensichtlichen Handelfmeter für Arminia gegeben hätte. Aber es fällt schwer zu glauben, daß angesichts dieser Gesamtleistung das Resultat deutlich anders ausgefallen wäre. Alle Achtung vor Matthias Hain, der das schlimmste verhinderte. Der Mann wird in zwei Wochen in Dortmund noch mehr Gelegenheit haben sich auszuzeichnen - wenn sich nicht sehr viel in der Mannschaft ändert.
Zu Hause hui, auswärts pfui - so kann man die bisherige Saison zusammenfassen. Hoffen wir, daß Arminia einen Weg findet, sich auch in der Fremde nicht immer komplett zu blamieren - genauso wie ich mir am Montag einen neuen, bisher unbekannten Weg ins Büro suchen muß.
Ingo-News


28.09.2002

Ein Sieg mit dem Prädikat ‚Historisch'!
Unglaublich - Arminia verliert gegen Schalke einen Stürmer durch Platzverweis und dreht anschließend das Spiel gegen die verdutzten Gäste in Unterzahl. Das hatten wir zuletzt vor 18 Jahren - inzwischen ist viel passiert - aber kein Sieg gegen Schalke. Stattdessen immer wieder bittere, schmerzhafte Niederlagen und der Anblick zahlreicher, spottender Gästefans.
Die Befürchtung, dass es auch am Samstag wieder so wird, schien zur Halbzeit durchaus berechtigt. Zu deutlich war die spielerische Überlegenheit der Gäste. Schiedsrichter Weiner sorgte mit seinen Elfmeterentscheidungen für Abwechslung in einem ansonsten eher mäßigem Kick - aber Schalke rückte dem Führungstor bedrohlich nahe - der Torpfosten und Albayrak auf der Linie verhinderten den Pausenrückstand. Dementsprechend bedrückend war auch die Stimmung bei den Arminen-Fans zu Beginn der zweiten Halbzeit. In der zweiten Hälfte ging es dann aber sehr hitzig weiter. Arminia zeigte sich nach der von den Fans frenetisch geforderten Einwechslung Ansgar Brinkmanns offensiver als zuvor - doch nach dem Platzverweis für Arthur Wichniarek schien es wieder wie so viele male zuvor zu werden - dachten die Gäste aus dem Ruhrgebiet - und kamen bis zum Abpfiff zu keiner erwähnenswerten Torchance. Stattdessen ein traumhaft vorgetragener Arminia-Konter über Dammeier und Diabang - wie zu besten Zweitligazeiten - und ein historischer Sieg war perfekt.
Es gibt wichtige Siege und Siege, die noch ein bisschen wichtiger sind. Ganz egal wie der Rest der Saison verläuft - allein der Anblick von 8 000 bedröppelten Schalkern ist es Wert aufzusteigen. Grölend kamen sie nach Ostwestfalen, schweigend zogen sie von dannen. Da gibt es nur noch eine Steigung an Genuss: im Rückspiel auch mal in der Halle gewinnen. Ingo-News


22.09.2002

Voksfest, Bundestagswahl ... und nebenbei 'ne Auswärtsklatsche
Es war auf jeden Fall eine sehr angenehme und lustige Auswärtsfahrt ins Schwabenland, an der mit Olaf, Florian und Ingo 3 Viren teilnahmen. In Stuttgart schien meistens die Sonne und auf der 'Cannstadter Vasn' konnte man sich herrlich amüsieren und wurde zudem von gastfreundlichen Schwaben mit Freimarken für Bier und 'Göckele' beschenkt. Soviel zu den schönen Erlebnissen des Wochenends.
Es hätte alles zusammengepaßt, wäre da nicht dieses fürchterliche Spiel gewesen. Erschreckend schwach schon die Wahlbeteiligung: die Geisterkulissen in der futuristischen Betonschüssel 'Gottlieb-Daimler-Stadion' wirkte wesentlich abschreckender als beispielsweise unser Besuch einer Geisterbahn am Tag zuvor. Erste Prognosen deuteten bereits auf eine Niederlage hin: Frühes, demoralisierendes, selbstverschuldetes Gegentor bereits nach 5 Minuten, trotzdem eine Halbzeit gut mitgehalten, offensichtlich reguläres Tor nicht anerkannt bekommen, gute Chancen vergeben, relativ ausgeglichene Anteile auf dem Platz - typisch Arminia halt aber ein Patt ist noch möglich, dachten wir bei den Hochrechnungen zur Halbzeit. Alle Hoffnungen auf eine Wende wurden dann zu Beginn der 2.Hälfte durch das 2:0 zerstört. Vorausgegangen war erneut ein katastrophaler Abwehrfehler. Spätestens jetzt zeichnete sich die absolute Mehrheit des VfB bei der Punkteverteilung ab - kein Wunder, daß sich das Interesse mancher Fans immer mehr auf die Hochrechnungen zur konkurrierenden Bundestagswahl verlagerte. Den Eindruck konnte man auch auf dem Spielfeld gewinnen. So nebenbei erreichte Stuttgart noch ein Überhangmandat zum 3:0.
Besser wir vergessen dieses Spiel schnell. Angesichts der schweren bevorstehenden Aufgaben ist die Angst wieder nach unten durchgereicht zu werden wie in den zwei Jahren unter Gerland durchaus real. Ein Heimsieg gegen Schalke wäre wichtiger denn je für die schwarz-weiss-blaue Fraktion im Bundesliga-Parlament. Ingo-News




01.09.2002

Gemütlicher Ausflug der Arminia-Familie ins Saarland
Nach Dortmund, Schalke, Hannover fahre sie alle - aber was kann es schöneres geben als an einem sonnigen Spätsommertag über die leeren Autobahnen von Saarland und Hunsrück zu sausen um sich anschließend in äußerst idyllischer Umgebung über einen locker herausgespielten Sieg der Arminia zu freuen, ohne daß auch nur einen Moment gezittert werden mußte. Selbst ein fanatischer Heimschiri mit mehreren katastrophalen Fehlentscheidungen zu Lasten Arminias hätte daran nichts ändern können.
Das einzige Problem bestand darin zu realisieren, daß es sich bei diesem Kick im Schatten der vermoosten Ränge des Saarbrücker Sportfelds gegen den amtierenden 'Saarlandpokalsieger' tatsächlich um ein Pflichtspiel handelt. Zwar taten die Redakteure der Stadionzeitung alles, um die Reserve des FCS als 'Wunderelf' anzukündigen - doch außer dem Portrait von Trainer Dieter Ferner auf Seite 3 des Magazins hatten die Gastgeber an diesem Nachmittag nur wenig angsteinflößendes zu bieten. Vielleicht waren sie besser beraten, diesen 53jährigen Mann tatsächlich wie in einem Spiel der letzten Saison ins Tor zu stellen. Arminias Drang zum gegnerischen Tor wäre wesentlich effektiver bekämpft worden.
In den ersten 25 Minuten gab es einige Versuche des Gegners, das Spiel offen zu halten sowie der wenigen FCS-Fans, diese Mannschaft anzufeuern. Spätestens nachdem Bogdanovic zum erstenmal für Arminia traf stand es schlecht um den Siegeswillen der Gastgeber und den Enthusiasmus auf den Rängen. Ca. 50 angereiste Arminen konnten dann bestens gelaunt miterleben, wie Arthur mit einem sehenswerten Treffer 'im Fluge' zum 2:0 traf.
In der zweiten Halbzeit konnte die FCS-Reserve der Arminia weiterhin Paroli bieten - in puncto Einsatzwille aber auch nur. Im Gefühl des sicheren Sieges gelangen Arminia 3 weitere Treffer. Nach Bogdanovic konnte sich mit Hansen ein weiterer Neuzugang in die Torschützenliste eintragen. Die beiden anderen Tore besorgten Reinhardt und der von den Fans frenetisch geforderte Diabang. Überraschender war sicher, daß plötzlich Asiens 'Fußballgott' Bum-Kun-Cha im Arminia-Fanblock auftauchte. Spätestens da war klar, daß Sohn Du-ri zum ersten Einsatz im Arminia-Trikot kommen sollte - um zusammen mit dem unermüdlich brillierenden Brinkmann für die spielerischen Glanzpunkte zu sorgen. Schade, daß die Macher der 'Almsite' Ansgar in der Mannschaftsaufstellung genauso vergaßen wie einige seiner Mitspieler den Umweg in Richtung Fanblock nach dem Spiel. Ist es denn wirklich zuviel verlangt, sich bei Fans, die ihre Mannschaft auch in einem solchen 'Pflichtspiel' unterstützen, wenigstens mit einem müden Zuwinken und gegebenfalls formalem Abklatschen zu bedanken? Aber was soll's ein paar gaben doch noch ihr Hemd her und es war auch so ein gelungener Familienausflug.
Ingo-News