Jens' Story #1

Nicht allzuvielen Leuten dürfte Uli Zweets bekannt sein. Könnte daran liegen ,daß er kein besonders bekannter Mensch ist (um hier mal ein Brachialkalauer auszpacken). Nein, Uli Zweets ist Sportreporter bei Radio Bielefeld. Und zwar zurecht. Das heißt, er ist sicher zu schlecht für den WDR aber im Lokalradio Spiele übertragen, daß ist schon okay. Außerdem haben wir unseren Uli auch irgendwie lieb, weil Uli ist, um es milde auszudrücken, Choleriker. Wo es etwas zu hadert gibt, hadert Uli, wo es was zu meckern gibt meckert Uli und wo man verzweifeln kann, verwzeifelt Uli. Sobald der Ball in die Nähe eines Tores kommt, hebt sich Ulis Stimme auf Maximallautstärke und fängt an sich zu überschlagen. Und, fast überflüssig es zu erwähnen, Uli ist als Reporter eines Lokalradios nattürlich über alle Masen parteiisch. Wer hätte ihn nicht gerne ?! So gab es auch diesen Freitag beim Spiel Kaiserslautern - Bielefeld wieder jede Menge Gelegenheit für Uli sich die Stimme ordentlich zu runieren.

Außerdem bleibt einem Freitagabend ja auch nicht viel anderes übrig. Die Berichterstattung auf WDR2 ist mir, als bekennendem Radiohörer, irgendwie zu wenig. Alle 4-5 Musikstücke mal eine Einblendung im falschen Stadion, da kann man nicht von satt werden.

 

Schickt uns ZUM nächsten Favoriten wäre wohl passender und weitsichtiger gewesen.

Da kann Schnodder-Wontorra ja gerne 3 Minuten lang auf Djorkaeffs Fehlpass mit der Hacke onanieren.

Obwohl, eigentlich wäre es mir schon lieber er würde das nicht im Fernsehen tun, schon gar nicht in einer Sendung die ich (notgedrungen) gucke. Noch besser wäre es natürlich er wurde so etwas überhaupt gar nicht tun oder am wäre es für alle, den Jörg Wontorra, wie wir ihn jetzt kennen und ,weiß Gott verachten, wurde nicht existieren. Ja ja, harte Worte ich weiß aber wer anders fühlt, werfe den ersten Stein.

 

Die Überschrift hat Deisler auf dem Gewissen.

‘Schickt uns den nächsten Favoriten’. So oder ähnlich lautete die Überschrift für diesen Artikel noch in der 70 Minute des Bundesligaspiels zwischen Arminia Bielefeld und Hertha BSC Berlin. Zu groß war die Überlegenheit der eigenen Mannschaft, zu schwach das Auftreten der Berliner Hertha, als daß man, trotz knapper 1:0-Führung noch ernsthaft an ein Ausgleichstor der Gäste zu denken vermöchte. Lässig und cool hätte ich dann eine Statistik aus dem Hut gezaubert, wonach weder Bayern, Dortmund noch Kaiserslautern hier in den letzten 2 Bundesligajahren ein Spiel gewinnen konnten (unvergessen wie Billy Reina 1997 der gesamten Bayernabwehr Knoten in die Beine spielte). Leider stellte die Arminia, anknüpfend an das letzte Bundesligajahr 97/98 (wären Spiele damals nur 80 Minuten lang gewesen, hätte der DSC ungefähr 15 Punkte mehr geholt) jegliche aktive Beteiligung an dem Spiel ein. Dies wiederum stellte Hertha vor schwerwiegende Probleme. Hatte man bis dato doch erfolgreich vermieden irgend etwas mit dem Spiel zu tun zu haben, war man nun angehalten aktiv zu werden. Keiner der Berliner Spieler war jedoch ernsthaft gewillt die eigene Lethargie so einfach aufzugeben. War inzwischen ja auch schon naß und dunkel draußen. Da bewegt man sich nur ungern schnell. Um doch noch eine Reaktion herauszukitzeln, verweigerten die Arminen fortan die Ballannahme außerhalb der eigenen Hälfte und hatten Erfolg. Deutschlands jüngstes Medienopfer Sebi Deisler ließ es sich nicht nehmen Bild- und RAN schlagzeilengerecht ein Freistoß reinzupöhlen. Tja, Überschrift gestorben, meine Statistik konnte ich dennoch unterbringen. Sagen wir: Unentschieden!

Ein paar Worte zu Berlin. Eine Mannschaft, die auf Teufel komm raus das Spiel NICHT machen kann. Das dürfte noch zu einigen unterirdischen Grottenkicks führen. Vor allem bei Teams die Hertha für den haushohen Favoriten halten und mit 10-0-0 Betonriegelabwehr agieren (Eine Mannschaft stellt sich hinten rein und die andere... uhm naja eben auch). Unangenehm für alle Zuschauer und somit exakt das, was ich den Hertha-Anhängern gönne. Zumindest dem Pöbel, der beim Gastspiel in Bielefeld den Gästeblock besetzte, in 90 Minuten jede denkbare Zielgruppe auf übelste beschimpfte und auch sonst sein rassistisches Gedanken’gut’ frei zur Schau stellte. Beileid an jeden normalen Hertha-Fan.

Bielefeld indes muß weiter Freitagabends durch die Lande reisen. Alle paar Wochen ist so ein Spiel am Freitag auch akzeptabel, aber allein von den nächsten 6 Spielen darf Arminia nicht weniger als 5 mal Freitags ran.

Man möchte sich ja nicht wirklich beschweren , nachdem man das letzte Jahr vornehmlich Montagabend Fußball geguckt hat (dank Quotenbringerrolle bei DSF). Und glaubt mir, Montagabend ist es grundsätzlich kalt und ungemütlich und dunkel und regnen tut es natürlich auch (vor allem wenn man sich das Geld für einen überdachten Stehplatz gespart hat). Mein Beileid an die Gladbacher Fans. Aber tröstet euch, dauert nur ein Jahr. In der Regionalliga wird dann meist Sonntags gekickt. Zurück zum DSC. Ein bißchen mehr Fingerspitzengefühl vom DFB hätte man sich wirklich gewünscht... Nicht ? Zu wenig Kohle ? War nur so ne Idee.

Ein anderer besorgniserregender Trend, ja fast möcht ich Fluch sagen, hat indes gegen Hertha seine Fortsetzung gefunden. Was für ein Fluch (außer an einem regnerischen Freitagabend im August den RAN-SuperGAU Unterhaching gegen Duisburg und dann Arminia gegen Hertha ertragen zu müssen) ? Die Alm, sie scheint.... ‘Der Friedhof der Stars’. Ich spreche hier nicht (oder nicht nur) von vermeintlich übermächtigen Mannschaften sondern von Starspielern an sich.

Auch an diesem Spieltag hat sich mit Michael Preetz wieder einer der bekannteren Balltreter der Nation auf der Alm schwer verletzt. Er reiht sich ein, in eine lange und X-Files-verdächtige Liste an zerlegten Stars.

Natürlich hat es auch, den vielleicht bekanntesten aller Bundesligaspieler in unserem Stadion erwischt.

Loddar Matthäus. Bei einem pervers unbedeutenden Vorbereitungsspiel hatte der sich einst, bei der läuferischen Überquerung eines nahezu imaginären Erdhügels nicht weniger als die Archillessehne gerissen.

Lars Ricken müßte eine ganze Saison und die geplante (durch Berti Vogts hochheilig versprochene) WM-Teilnahme zu den Akten legen, nach dem ihm Uwe Fuchs, der vermutlich unterqualifizierteste Spieler der jemals einen Bundesligarasen betreten hat (Personen die Stephan Kohn live gesehen haben, dürfen hier widersprechen), in einer gewagten Aktion alle Bänder des rechten Beines durchtrennte. Dem Schiri war es immerhin eine gelbe Karte wert. Wo wir gerade bei den Schwarz-gelben weilen. Erinnert sich jemand wo Matthias Sammer das bis dato letzte Spiel seiner Karriere gemacht hat ? Richtig in Bielefeld ! Zufall ? Eher auf die hinterfotzige Weise haben wir dagegen Uli Steins Fußballkarriere zu Grabe getragen. Es ist halt schwierig einem 42jährigen offen ins Gesicht zu sagen, daß man ihn nicht weiterbeschäftigen möchte. Ergo wurde so lang herumprozessiert bis niemand mehr auf den Gedanken in noch mal zu verpflichten. Dafür hab ich den Mann zuletzt häufiger im Supermarkt gesehen. Ist doch auch was... Kann sich noch jemand an einen jungen Leverkusener Torhüter mit Nationalmannschaftsambitionen erinnern ? Das Fußballgeschäft kann so grausam schnellebig sein. Ich spreche von Dirk Heinen, der sich bei einem an sich harmlosen Vorbereitungskick zur Saison 98/99 auf der Alm nicht weniger als einen Schädelbasisbruch zuzog. Seine Bundesligakarriere scheint vorerst ad Acta gelegt. Nicht zuletzt zerschellten Jan Ullrichs diesjährige Tourhoffnungen auf dem harten Asphalt einer Landstraße direkt vor Bielefeld. Insofern wünsche ich Michael Preetz alles Gute, nur wäre es angesichts dieser List wenig verwunderlich, wenn der Arm innerhalb der nächsten 2 Wochen amputiert werden muß. In dem Sinne: Toi toi toi !

Nächstes Mal erzähl ich euch dann wie Georg Koch besoffen gegen Bayern spielte und Kuntz ein Groupie schwängerte, das er dann Jörg Reeb unterschob.