Jens' Story #2

Jubel, Trubel, Personalien.

Nicht allzuvielen Leuten dürfte Uli(rich) Zwetz bekannt sein. Könnte daran liegen ,daß er kein besonders bekannter Mensch ist. Nein, Uli Zwetz ist Sportreporter bei Radio Bielefeld. Und zwar zurecht. Das heißt, er ist sicher zu schlecht für den WDR aber im Lokalradio Spiele übertragen, daß ist schon okay. Außerdem haben wir unseren Uli irgendwie lieb, weil Uli ist, um es milde auszudrücken, Choleriker.

Wo es etwas zu hadert gibt, hadert Uli, wo es was zu meckern gibt, meckert Uli und wo man verzweifeln kann, verwzeifelt Uli. Sobald der Ball in die Nähe eines Tores kommt, hebt sich Ulis Stimme auf Maximallautstärke und fängt an sich zu überschlagen. Fast überflüssig zu erwähnen, Uli ist als Reporter eines Lokalsenders natürlich über alle Maßen parteiisch. Wer hätte ihn nicht gerne ?!

So gab es auch diesen Freitag beim Spiel Kaiserslautern - Bielefeld wieder jede Menge Gelegenheit für Uli sich die Stimme ordentlich zu ruinieren. Obwohl, eigentlich ist das gelogen. Bis auf die letzte Viertelstunde in der sich Arminia (traditionsgemäß) hinten rein stellte, gab es wenig Grund sich aufzuregen. Uli hat es trotzdem getan, mehr noch aber hat er, wie wir alle, Freude an unserer Arminia gehabt.

Bei dem Startprogramm mit Auswärtsspielen auf Schalke und in Lautern, sowie einem Heimspiel gegen Hertha haben wohl nicht viele Leute getippt, daß Arminia danach noch ungeschlagen ist. Das ganze ist aber noch viel schöner. Arminia spielt einen richtig flotten Ball. Der neu Regisseur Weißenberger (einer der wenigen Menschen, die noch kleiner als Icke Häßler sind) fügt sich immer besser in die Mannschaft. Hertha wurde stellenweise, Lautern komplett vorgeführt. Der Kicker hat 3 Bielefelder in seinem Team des Spieltags, Labbadia ist gleich zum zweiten Mal drin und dazu noch Spieler des Tages. Es geht einem runter wie Öl. Verwunderlich das sich im DFB-Aufgebot für das Spiel gegen Finnland überhaupt Nicht-Arminenspieler befinden.

An solchen einem Tag kann selbst RAN die Laune nicht erwähnenswert senken. Obwohl, und das sei angemerkt, sie haben es weiß Gott probiert. Wenn einem der Moderator fröhlich die Hionsbotschaft überbringt, daß der Kommentator des Spiels Wontorra heißt, da kann man an schlechten Tagen schon mal an Selbstentleibung denken.

Nicht so letzten Freitag. Nix gabs zu holen. NIX! Da kann Schnodder-Wontorra ja gerne 3 Minuten lang auf Djorkaeffs Fehlpass mit der Hacke onanieren (Riesentechniker, außerirdisch Ballbehandlung etc.) Da lach ich doch. Trotzdem Fehlpass! Hahaha!! *freu freu* Obwohl, eigentlich wäre es mir schon lieber er würde das nicht im Fernsehen tun, schon gar nicht in einer Sendung die ich (notgedrungen) gucke. Noch besser wäre es natürlich er wurde so etwas ÜBERHAUPT gar nicht tun oder am besten wäre es für alle, der Jörg Wontorra, wie wir ihn jetzt kennen und verachten, wurde nicht existieren.

Harte Worte ich weiß aber wer anders fühlt werfe den ersten Stein. Den einzigen passenden Job den ich mir für Herr Wontorra vorstellen könnte, wäre Liveberichterstatter aus dem Bordell. Aber wer will schon den ganzen Tag Rolf Töpperwien zugucken ?

Ein Wort an unsere Bremer Freunde: Sicher, manchmal paßt es einfach nicht. Da kommt dann ein guter Spieler bei einem Verein einfach nicht zurecht. Passiert schon. Was allerdings bei Bruno Labbadia nicht gepaßt hat, das müßte mir mal einer von euch bei ‘ner ziemlichen Menge an Bier erklären. Angesichts eurer Stürmerwahl der letzten anderthalb Jahre fällt es sehr schwer auf etwas anderes zu tippen, als völlige Unfähigkeit der Verantwortlichen.

Da war Weetendorf, der nur um ein Hauch die Gruppe der Bewegungsbehinderten verpasst, um in die unterste Kategorie der Grobmotoriker eingestuft zu werden. Mein Lieblingsbrasilianer Ailton, der vermutlich gleich 2 Rekorde hält. Zum einen der dickste Spieler, der jemals in der Bundesliga gespielt hat und zum anderen der teuerste dicke Spieler der jemals von einem Bundesligisten gekauft wurde.

Ganz allerliebst find ich auch den Versuch auf die SantaCruz-Welle aufzuspringen: In guter Bremer Tradition wurde natürlich die Sparversion bevorzugt und ein total hoffnungsvolles Talent aus dem ‘Mutterland der Fußballkunst’ importiert. Ach so ja, Peru heißt das Land.

Neuerdings glaubt wohl jeder, er könne sich für 3,80 DM irgendwo in den Tiefen unbedeutender mittel- oder südamerikanischer Länder blutjunge Wunderstürmer abholen. Aber wenn man dran glaubt, hilfts ja vielleicht. Nix für ungut.

 

Noch ein paar Nachträge zum letzten Beitrag:

Zum einen wäre ein imaginärer Titel ‘Schickt uns ZUM nächsten Favoriten wohl passender und weitsichtiger gewesen. Naja, man steckt nicht drin. Der DFB hat inzwischen auch einen Geistesblitz gehabt und ein weiteres Arminenspiel auf Freitag gelegt. Damit kommen wir auf die stolze Bilanz von 7 Freitagsspielen an den ersten 10 Spieltagen. Da 2 der ‘regulären’ Spiele auswärts stattfinden, gibt es für alle Interessierten, zwischen August und November 1999 einen einzigen Termin um die (umgebaute) Bielefelder Alm bei Sonnenschein an einem Samstagsnachmittag zu bewundern. Dagegen ist eine Sonnenfinsternis ein Alltagsereignis.

Ich weiß ja, Bielefeld ist keine besonders hübsche Stadt und die Aufkleber ‘Die nette (regnerische) Baustelle am Teutoburger Wald’ haben schon ihre Berechtigung. Die meisten Bielefelder werden auch nicht müde zu betonen, daß sie hier eigentlich weg wollen. Dennoch lieber DFB, es ist keine Lösung auswärtige Fans Freitags bei Dunkelheit durch die Stadt zu lotsen. Wir können nicht alle Straßenbeleuchtungen ausmachen. Man wird die Stadt trotzdem erkennen. Und mal ehrlich, schlimmer als Wolfsburg, Duisburg oder Leverkusen ist das hier in keinem Fall. Mehr Mut, so schlimm is hier gar nicht.

Nicht zuletzt wurde ich darauf hingewiesen, daß die Liste mit verletzten Stars natürlich um den Namen Günther Schäfer (37facher Deutscher Meister, 4facher Weltmeister, Weltfußballer des Jahres 92-97 etc.) erweitert werden muß. Der arme Kerl wurde (beim Spiel gegen Bayern, Saison 97/98) vom eigenen Torwart Schorsch Koch so ordentlich umgesäbelt, daß er mit komplett umsortierter Rippenleiste und einem Loch in der Lunge sogar den Luxus einer Intensivstation genießen durfte. Da darf man dem Koch aber nicht böse sein. In dem Spiel war er eh betr... ähh nicht ganz Herr seiner Si..., sagen wir vermindert schuldfähig. Und den Günther hat er ja auch privat öfter mal gehauen. Nun ja. Günther ist jetzt Fanbeauftragter beim VFB Stuttgart.

Das Leben kennt so schöne Happy Ends =)