Arminia-Bus endlich sauber!

Uwe Kowalski wurde 30 - und musste schrubben
...aus der Neuen Westfälischen


Herford (mas). "Was hast du getan?" Uwe Kowalskis Gesichtsausdruck unter Langhaarperücke und Tirolerhut bewegt sich zwischen Erstaunen und Entsetzen, als der doppelstöckige Gigant rückwärts auf dem Alten Markt parkt.
Sein Bruder Ulrich ist stolz. Überraschung gelungen. Uwe Kowalski wird 30 an diesem Samstag. Und ihn ereilt ein anderes Schicksal als die meisten 30er-Geburtstagskinder: Statt die Rathaustreppe zu fegen, muss er den Bus putzen, der sonst das Arminen-Team aus Bielefeld zu Auswärtsspielen bringt.
Es war ein hartes Stück Arbeit, den Bus nach Herford zu kriegen, obwohl ihn ein Busunternehmen aus dem Kreis vermietet. Aber Ulrich Kowalski hat es geschafft. "Wir wollten Uwe einfach etwas Außergewöhnliches bieten. Fegen kann schließlich jeder."
Weil sein Bruder Uwe, Maschinenbauer von Beruf, Arminen-Anhänger ist, sogar im Fanclub "Alm-Virus" kickt, trägt er zur Putz-Aktion einen weißen Overall mit der Aufschrift "Alm-Öhi". Aus dem mitgebrachten Radiorekorder klingt der EM-Song "Football's coming home" und dann - Hölle, Hölle, Hölle - Wolfgang Petry. Kowalskis Freunde entladen den Bus: Pils und Paul. Das Geburtstagskind bekommt Fensterreiniger, Rolle Küchenkrepp und Zahnbürste in die Hand gedrückt. Erst werden die großen Fenster gewienert, dann die Felgen geschrubbt.
Am Abend wurde weitergefeiert, unter dem Motto "30 : 0". Wobei die Null für die Anzahl der Kowalskischen Ehen steht. "Uwes Freundin zieht demnächst von Köln nach Herford", sagt Bruder Ulrich. Was Uwe Kowalskis Freunde sich wohl zur Hochzeit einfallen lassen?