Bruchhagen in Kabul gesichtet

Bruchhagen in Kabul gesichtet
...von Josko Jurcevic


Seit gestern Nachmittag ist die gesamte, uns angebliche feindlich gesinnte, islamische Welt wie traumatisiert. Sogar in den kleinsten von den Amis zerbombten Dörfern der mohammedanischen Gesellschaft sind brennende Bücherhaufen zu sehen, deren Rauchschwaden eine Höhe erreichen, die sogar die Alliierten Überwachungssatteliten gehörig irritiert. Alle, ja, sogar die früher terroristisch aktiven Talibans werfen ihren Koran in die Feuersbrunst. Die einst unterdrückten Frauen reißen sich ihre Schleier von den Körpern und betrinken sich gemeinsam mit ihren Männern, während die Kinder leberkäskauend ihren Großvätern die Bärte schneiden und Cola trinken. Nichts ist mehr wie es einmal war; aber nicht wegen dem 11. September. Nein, darum:
Gestern 14 Uhr MEZ versammelten sich einige Kabuler Männer, um den wirtschaftlich angeschlagenen Fussballverein ASC Taliban Kabul auf die Beine zu stellen und zu sanieren; doch niemand unter ihnen hatte einen Schulabschluss geschweige den Beziehungen ins Ausland; aber das tut auch nichts zur Sache. Jedenfalls kurz bevor sie sich gegenseitig die Köpfe einschlugen und das Treffen zu einem der berühmt berüchtigten Massenmordveranstaltungen des 21. Jahrhunderts für eröffnet erklärt wurde, erschien mitten auf dem Hauptplatz von Kabul, zwischen Kühen und Kebab, Heribert Bruchhagen. Eine Erscheinung??? Plötzlich standen sie alle regungslos da und sahen erst sich selbst, und dann Heribert an, von welchem ja niemand wußte, wer er überhaupt ist. Da niemand zuvor so ein Spektakel erlebt hat und dies unangekündigt und offensichtlich ein westliches Produkt war, dachten viele zuerst, dass nun, nachdem die Amerikaner den Weg frei gebombt haben, die erste McDonalds Werbekampagne anlief.

"Was seht ihr mich denn alle so dumm an, habt ihr noch nie einen Angestellten des DFB gesehen? So eine Scheisse, und ich hab denen beim DFB noch gesagt einmal Bielefeld hin und zurück, und wo schicken die mich hin? .", schrie Heribert verärgert. Normalerweise sind solche Erscheinungen gut geplant. Der Papst wird bereits im Voraus informiert und kann dafür sorgen, dass bereits genug Presseleute in der Umgebung der baldigen Erscheinung sind und auch die Filmrechte werden schon vorher vergeben. Schließlich sucht man sich meist noch Kinder oder sozial schwache Vereine aus, denen man erscheinen kann, ob sie nun wollen oder nicht, es ist eben gut für die Quote; und schon kanns losgehen. Solche Erscheinungen sind von christlichen Marketingmanagern ( in Fachkreisen auch DFB genannt ) penibel durchgeplant und die beste Werbung für die krisengeschüttelte Kirch(grupp)e. Aber das hier, das war ja wirklich ein Reinfall. Ein Bruchhagen-Comeback hatte der DFB vor ( wohl eher loswerden wollten sie ihn, den Retter des Sportclubs der Ostwestfalen ). Vielleicht sogar eine Manager meets Chaosklub Reunion. Noch nie war er 2 mal am gleichen Ort erschienen. Die Fotografen wurden bereits informiert und standen nun in Spanien herum, während dieser den Moslems erschien. Da stand er nun also vor Tausenden Moslems und erklärte ihnen die Grundzüge der Volks- und Betriebswirtschaftslehre und die Moslems mochten ihn und seine Weisheiten. Schließlich gibt es zwar Regeln, aber halten, nein, halten muss sich niemand daran.